Dietmar Hohmann über seinen Rücktritt
Soffie hängt Perücke an den Nagel

Münster-Gievenbeck -

Der Countdown läuft, es ist seine letzte Session in offizieller Mission: Dietmar Hohmann erklärte bei der jüngsten Akteursvorstellung der KG Soffie von Gievenbeck überraschend seinen Rücktritt. Über seine aktive Zeit als Karnevalist, die Symbolfigur „Soffie“ und seinen Entschluss abzutreten sprach der Gründer der Gievenbecker Karnevalsgesellschaft mit Redakteur Kay Böckling.

Donnerstag, 10.11.2016, 00:11 Uhr

Die Soffie spielte Dietmar Hohmann seit 2010. Nun hängt er Perücke und Kostüm an den Nagel. Nach dieser Session ist Schluss mit dem operativen Geschäft.
Die Soffie spielte Dietmar Hohmann seit 2010. Nun hängt er Perücke und Kostüm an den Nagel. Nach dieser Session ist Schluss mit dem operativen Geschäft. Foto: kbö

Herr Hohmann, an diesem Samstag beginnt mit der offiziellen Sessionseröffnung ihre „Abschiedstournee“. Sie haben ihren Rückzug aus dem operativen Geschäft angekündigt. Warum?

Hohmann: Das hat drei Gründe: Da ist zunächst mein Alter. Ich glaube, ich bin mittlerweile zu alt, um auf der Bühne zu stehen. Der zweite Grund ist die Gesundheit. Drittens: Ich glaube, ich habe den richtigen Zeitpunkt erwischt.

Was bedeutet der „richtige Zeitpunkt“?

Hohmann: Der richtige Zeitpunkt ist für mich der, wenn ich ganz genau weiß, dass es in meinem Sinne weitergeht. Wir haben eine hervorragende Führung – ich denke da in erster Linie an unseren Präsidenten Christian Heestert . Worüber ich mich aber am meisten freue ist, dass mein Sohn Markus Hohmann jetzt Vize-Präsident ist. Da kann sich der alte Hohmann jetzt zurücklehnen.

Sie haben die KG Soffie gegründet. Wie kam es dazu?

Hohmann: Ich war von 1971 bis 1981 in der Stadtwache aktiv – erst als Tänzer, dann als Stadtwachen-Kommandant. Ich war auch damals schon begeistert von dem stadtteilbezogenen Karneval . Ich denke da an Sprakel, Gremmendorf oder Handorf. Nur der Name Gievenbeck wurde im münsterischen Karneval nie erwähnt. 1981 bin ich als Fach-Kommandant abgewählt worden. Das bedeutete gleichzeitig meinen Rücktritt als aktiver Karnevalist.

Ein Rücktritt der nicht lange Bestand hatte. . .

Hohmann: Das ist richtig. Ich habe ein Jahr Pause gemacht. Altweiberfastnacht 1981 lag ich hier auf meinem Sofa und hörte überall im Radio und Fernsehen Karnevalsmusik. Dann hab ich es nicht mehr ausgehalten, habe meine Frau gepackt und bin in die Stadt zum Karneval feiern. Ohne Karneval kann ich einfach nicht.

Und dann?

Hohmann: Da habe ich den Entschluss gefasst: Ich gründe hier in Gievenbeck eine Karnevalsgesellschaft.

Das geht aber nicht allein. . .

Hohmann: Das ist richtig. Ich habe mir meine damaligen Freunde gekrallt und habe eine Interessengemeinschaft zur Gründung eines Karnevalsvereins gegründet. Die bestand drei Monate. Am 4. Juni 1982 haben wir hier in der Gaststätte Bi Söfken unsere erste Versammlung gehabt und das Kind aus der Taufe gehoben.

Sie sprachen gerade den stadtteilbezogenen Karneval an. Sprakel beispielsweise hat seinen eigene Umzug. Gab es dererlei Überlegungen auch mal für Gievenbeck?

Hohmann: Das war immer mein großer Wunsch. Das kann aber nicht die KG Soffie von Gievenbeck allein stemmen, da müssten auch andere Gievenbecker Vereine mit anpacken. Vielleicht passiert das ja mal irgendwann.

Sie waren bis 2004 22 Jahre lang Präsident der KG, welche Aufgaben haben Sie noch wahrgenommen?

Hohmann: Nach dem Präsidentenamt wollte ich mich eigentlich zurückziehen. Doch dann kam man auf mich zu mit der Bitte, die Mädels – das 1. Gievenbecker Tanzkorps – zu übernehmen. Da war ich jahrelang Trainer. Nach der Gründung des Fördervereins des Tanzkorps übernahm ich den Vereins-Vorsitz.

Seit 2010 geben Sie auch die grantige Soffie, die Symbolfigur der Gievenbecker KG. Wie kam es dazu? Und warum spielt ein Mann eine Frau?

Hohmann: Die erste Soffie war mit Franz Neufend auch ein Mann. Dann kam Dagmar Dietrich für zwei Jahre. Die dritte Soffie war Ulrike Reinhardt. Diese musste aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Die Verantwortlichen wussten um meine Vorliebe für Verkleidungen und fragten, ob ich diese Aufgabe vorübergehend übernehmen wollte. Ich stimmte zu – unter der Voraussetzung, dass ich niemandem etwas wegnehme. Will heißen: Nur dann, wenn Ulrike wirklich nicht auftreten konnte. Dem war dann auch so. Monika Laudick hatte mich dann gefragt, ob ich die Soffie nicht langfristig spielen wollte und ich stimmte zu.

Gibt es jetzt schon einen Soffie-Nachfolger?

Hohmann: Das kann ich nicht sagen. Ich hoffe aber, dass es einen Nachfolger geben wird.

Sie gehen mit eine lachenden und einem weinenden Auge, haben Sie einmal gesagt. . .

Hohmann: Das ist vollkommen richtig. Mit einem lachenden Auge: Ich kann die Verantwortung abgeben, mich zurücklehnen und als Ehrenpräsident die Veranstaltungen aus der zweiten Reihe genießen. Auf der anderen Seite habe ich eine unheimlich tolle Zeit bei der KG Soffie erlebt.

Die Veranstaltungen besuchen Sie weiter?

Hohmann: Natürlich, auf jeden Fall.

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