Do., 23.03.2017

Oxford-Kaserne Ein Raum ohne Sorgen

Kickern, Toben, Spielen: Das Fachwerk hat in der Oxford-Kaserne wieder einen Kindertreff eingerichtet. Die Sozialarbeiter Jürgen Loth (l.) und Lena van Weegen kümmern sich fleißig, Alfons Egbert, Leiter des Fachwerks, unterstützt die Arbeit.

Kickern, Toben, Spielen: Das Fachwerk hat in der Oxford-Kaserne wieder einen Kindertreff eingerichtet. Die Sozialarbeiter Jürgen Loth (l.) und Lena van Weegen kümmern sich fleißig, Alfons Egbert, Leiter des Fachwerks, unterstützt die Arbeit. Foto: anf

Münster-Gievenbeck - 

Bunte Räume mit Spielsachen, weichen Kissen und viel Platz zum Toben sollen in der Oxford-Kaserne den Alltag für die Kinder schöner machen. Der neue – oder besser wiederbelebte – Spieletreff wird vom Fachwerk betrieben.

Von Anna Spliethoff

In grün, blau und rot erstrahlen Dreiecke und andere Formen an den Wänden. Große Fenster lassen viel Licht herein, ein paar knuddelige Kissen laden zum Toben ein. In der Oxford-Kaserne, hinter den dicken Steinmauern, haben Flüchtlingskinder ab jetzt wieder Raum zum Spielen, Entspannen und Kennenlernen.

Das Fachwerk Gievenbeck hat vor knapp zwei Wochen in den Räumen der Oxford-Kaserne einen neuen „Kindertreff“ eröffnet. Oder besser gesagt: Wiedereröffnet. Bereits bis Februar gab es ein Spieleangebot. Weil aber nur noch wenige Kinder in der Kaserne wohnten, wurde es aufgelöst – und jetzt wiederbelebt.

„Die Situation hat sich geändert“, erklärt Alfons Egbert, Leiter des Fachwerks. An drei Nachmittagen pro Woche sollen Kinder jetzt wieder die Möglichkeit zum Spielen und Malen haben. So ist es auch in den Unterkünften an der Von-Esmarch-Straße und an der Gronowskistraße.

„Es soll auch eine Kultur des gegenseitigen Besuchens entstehen“, sagt Lena van Weegen. Sie ist eine der Sozialarbeiterinnen, die für die Kindertreffs zuständig ist. Die Kinder aus den verschiedenen Einrichtungen sollen sich kennenlernen und sehen, wo die anderen leben.

Geplant ist aber in naher Zukunft auch ein „zentrales integratives Angebot“, verdeutlicht Alfons Egbert. Dort sollen nicht nur die Kinder aus den drei Einrichtungen, sondern auch alle anderen Mädchen und Jungen aus Gievenbeck zusammen spielen können. Egbert erklärt: „Es wird ein Angebot für alle Kinder, die da sind.“

Sozialarbeiter Jürgen Loth erklärt, warum die Umsetzung wichtig wäre: „Hier in der Kaserne bleiben die Kinder unter sich, wegen der hohen Mauern kommt niemand herein. Das ist alles andere als Integration.“

In der Oxford-Kaserne soll im Kindertreff immer ein sportliches oder spielerisches Programm angeboten werden. Studenten wollen den Flüchtlingskindern außerdem kleine physikalische Experimente zeigen. „Doch auch für freies Spielen ist natürlich viel Zeit“, betont Lena van Weegen.

Den Sozialarbeitern ist aber noch etwas anderes wichtig, sagt Jürgen Loth: „Die Kinder kommen freiwillig, es ist ein offener Treff.“ In den anderen Einrichtungen kommen manche Kinder täglich, andere seltener.

Bei allen sei aber schon eine Veränderung zu bemerken. „Man kann eine unheimliche Entwicklung wahrnehmen. Die Arbeit hat großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung“, sagt Jürgen Loth. Man dürfe nie vergessen, dass fast alle Kinder traumatisiert seien. Das gemeinsame Spielen sorge aber dafür, dass „das Miteinander immer besser klappt“.

Im Moment wirken die beiden Räume in der Oxford-Kaserne noch ein wenig kahl. „Hier ist noch kein Leben drin“, sagt Jürgen Loth. Bald werden selbstgemalte Bilder der Kinder die passende Atmosphäre bringen – und so einen Raum ohne Sorgen ermöglichen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4722341?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F