Mi., 15.11.2017

„Earth Women Projekt“ Integration mit Gospel und Poetry

Unter der Federführung von Sebastiao Pembele (r.) findet in Münster derzeit das „Earth Women Projekt“ statt.

Unter der Federführung von Sebastiao Pembele (r.) findet in Münster derzeit das „Earth Women Projekt“ statt. Foto: kbö

Münster-Gievenbeck - 

Es ist ein besonderes Projekt: Frauen mit Migrationshintergrund erarbeiten unter dem Titel „Earth Women Projekt unter professioneller Anleitung verschiedene Poetry-Darbietungen sowie eine gemeinsame Gospel-Präsentation.

Von Kay Böckling

Von einer „hochemotionalen Aktion“ spricht der Wahl-Berliner Sebastiao Pembele, als er im Gievenbecker Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum („MuM“) das „Earth Women Projekt“ vorstellt. Was dahinter steckt: Frauen erarbeiten unter professioneller Anleitung verschiedene Poetry-Darbietungen sowie eine gemeinsame Gospel-Präsentation.

Das Besondere: Es handelt sich bei den Teilnehmerinnen ausschließlich um Frauen mit Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind Flüchtlinge und noch gar nicht so lange in Deutschland. Das neuartige Projekt, das bereits erfolgreich in Essen, Magdeburg, und Berlin durchgeführt wurde, hat Anfang dieses Monats begonnen und endet mit einem Abschluss-Konzert am 1. Dezember um 11 Uhr in der evangelischen Matthäuskirche (Antoniusstraße 36).

„Während Männer durch Sportvereine oder Gespräche an der Theke sehr schnell Anschluss in der Gesellschaft finden, ist das für die Frauen in der Regel nicht so einfach“, so Sebastiao Pembele. Frauen blieben in der Regel in den jeweiligen Unterkünften oder Wohnungen. „Das hat auch damit zu tun, dass sie sich um die Kinder kümmern.“ Aus diesem Grund habe man im MuM für die Projekt-Teilnehmerinnen auch eine Kinderbetreuung organisiert.

Derzeit läuft der Poetry-Block, dessen Abschluss eine Generalprobe an diesem Freitag um 12 Uhr bildet. Während dieses Workshops haben die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich sehr intensiv mit der deutschen Sprache zu beschäftigen. Professionelle Trainerinnen und „Poetry-Slammerinnen“ aus ganz Deutschland arbeiten mit den Frauen. „In ihren Vorträgen haben sie die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen zu verarbeiten“, sagt Sebastiao Pembele.

Auch der Gospel-Block, der in der kommenden Woche im MuM am Gescherweg beginnt, wird von professionellen und erfahrenen Musikerinnen geleitet. Musikalische Erfahrungen oder Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. „Sogar ich als Laie habe mal kurz an einem Workshop teilgenommen und es hat geklappt“, so Sebastiao Pembele, der das Projekt in Zusammenarbeit mit Dina Eltegani in Münster federführend leitet.

Der Projekt-Initiator war bundesweit auf der Suche nach Städten, in denen er die Workshops anbieten konnte. Da erinnerte er sich an Münster: „Hier habe ich einige Zeit nach meiner Flucht aus Afrika verbracht und gute Erfahrungen gemacht.“ Auf der Suche nach entsprechenden Kooperationen in der Domstadt sei er schnell fündig geworden.

So zeichnet ein Bündnis des Berliner Vereins „Fondation Bolingo“ mit der münsterischen „Geba“ (Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung), dem MuM sowie der evangelischen Matthäusgemeinde für das „Earth Women Projekt“ verantwortlich. „Wir hoffen auf eine Fortsetzung in der Zukunft“, ist Sandra Rieksmeier von der Geba voller Optimismus.

Zum Thema

Gefördert wird das Projekt unter anderem von Frauen iD, Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V. im Rahmen von „Kultur macht stark“ des Bildungsministeriums für Bildung und Forschung. „Und natürlich durch viel ehrenamtliches Engagement“, so Sandra Rieksmeier von der Geba mit Sitz in Münster.

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