Historisches Jubiläum
Fachwerk ist 250 Jahre alt

Münster-Gievenbeck -

m Eingangsbereich der Tenne des Gievenbecker Fachwerks steht auf dem Torbogen „ANNO 1768“ vermerkt. Das lässt darauf schließen, dass das Gebälk des Fachwerkhauses stolze 250 Jahre auf dem Buckel hat.

Dienstag, 23.01.2018, 18:01 Uhr

Der Schriftzug „ANNO 1768“ auf dem Torbogen lässt auf das Alter des Fachwerks am Arnheimweg schließen. Das Jubiläum wollen die Verantwortlichen des Stadtteilhauses im Herbst mit den Gievenbeckern feiern.
Der Schriftzug „ANNO 1768“ auf dem Torbogen lässt auf das Alter des Fachwerks am Arnheimweg schließen. Das Jubiläum wollen die Verantwortlichen des Stadtteilhauses im Herbst mit den Gievenbeckern feiern. Foto: kbö

Es ist ein kleiner und eher unscheinbarer Schriftzug, der auf ein ganz besonderes Jubiläum aufmerksam macht: Im Eingangsbereich der Tenne des Gievenbecker Fachwerks steht auf dem Torbogen „ANNO 1768“ vermerkt. Das lässt darauf schließen, dass das Gebälk des Fachwerkhauses stolze 250 Jahre auf dem Buckel hat.

Das Haus selbst diente in der Geschichte als Bauernhaus, so Alfons Egbert . Er ist Leiter des Fachwerks, das heute als Stadtteilhaus genutzt wird. Er hat sich intensiv mit der Geschichte des Hauses beschäftigt und weiß – auch aus Erzählungen – einiges aus der Historie es ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäudes zu berichten: „Vor seinem Umbau zum Stadtteilhaus war hier noch ein Abriss-Unternehmen beheimatet.“

Daten und Fakten zum Fachwerk gibt es auch auf einer Denkmalkarte der städtischen Denkmalbehörde, die sich allerdings hauptsächlich mit dem unter Denkmalschutz stehenden Speicher des Fachwerks beschäftigt. Da aber auch die umliegenden Immobilien für den geschichtlichen Hintergrund eine Rolle spielen, finden sie in den Aufzeichnungen Erwähnung.

So handelt es sich bei dem Areal, auf dem heute das Fachwerk steht, um das frühere Gehöft Schulte Nordhoff. „Der Hof Schulte Nordhoff ist Teil der Gievenbecker Reihe, einer im neunten Jahrhundert im Verlauf des Gievenbachs planmäßig angelegten karolingischen Rodungssiedlung“, schreibt die Denkmalbehörde. Durch einen Besitzerwechsel habe sich der Name des Hofareals später in „Schulze Averbeck“ gewandelt.

„Bereits im Jahr 1974 gab es Überlegungen, aus dem Hof ein Jugend,- Sport- und Freizeitzentrum zu machen“, sagt Alfons Egbert, als er in historischen Aufzeichnungen sowie Zeitungsberichten blättert.

Am 31. Januar 1981 wurde das Fachwerk nach einem entsprechenden Ratsbeschluss aus dem Jahr 1978 sowie eines Umbaus schließlich seiner neuen Bestimmung übergeben. Zur damaligen Zeit eine Besonderheit in Gievenbeck, die auch der Bild-Zeitung einen Bericht wert war. Am 26. Januar titelte das Boulevard-Blatt: „Bauernhof in Freizeitheim verwandelt.“

Am Fachwerk selbst befand sich in früheren Zeiten ein Anbau, wie aus den Unterlagen Egberts hervorgeht. Dieser lag im Bereich der heutigen Küche, wurde allerdings abgerissen. Zudem muss es ein Wirtschaftsgebäude gegeben haben, das laut Denkmalkarte abgerissen wurde, „um einem Sportgebäude mit Hausmeisterwohnung Platz zu machen“. Das Jubiläum wollen die Verantwortlichen des Fachwerks laut Alfons Egbert „im Herbst dieses Jahres mit den Gievenbeckern feiern“.

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