„Zukunft wagen! Akzente setzen!“
Paten helfen beim Ankommen

Münster-Gievenbeck -

Das Projekt „Zukunft wagen! Akzente setzen!“ will Flüchtlingsfrauen dabei helfen, sich schnell in ihrer Umgebung zurecht und eventuell einen Job zu finden. Patinnen sollen ihnen dabei hilfreich unter die Arme greifen.

Donnerstag, 01.02.2018, 18:02 Uhr

Am Projekt „Tandem“ sind derzeit einige Frauen – hauptsächlich mit Migrationshintergrund – interessiert. Während eines ersten Informationstreffens erörterte Anja Schipke (hinten, r.) die Möglichkeiten der Mitarbeit.
Am Projekt „Tandem“ sind derzeit einige Frauen – hauptsächlich mit Migrationshintergrund – interessiert. Während eines ersten Informationstreffens erörterte Anja Schipke (hinten, r.) die Möglichkeiten der Mitarbeit. Foto: kbö

Wie funktioniert ein Land wie Deutschland überhaupt, auf was muss man achten, was ist bei der Wahl der Schule oder des richtigen Arztes zu berücksichtigen? Diese und andere Fragen stellen insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund, die just hier angekommen sind, vor eine große Herausforderung.

Unterstützung erfahren diese Frauen durch das Projekt „Zukunft wagen! Akzente setzen!“, eine Kooperation der Geba (Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung), des Jobcenters Münster, der GGUA Flüchtlingshilfe und des Mehrgenerationenhauses und Mütterzentrums (MuM). Um den betreffenden Frauen wichtige und ergänzende Orientierungshilfen zu geben, suchen die Verantwortlichen unter dem Titel „Tandem“ nun weibliche Paten, die mit hilfreichen Tipps den Flüchtlingsfrauen unter die Arme greifen oder einfach nur Ansprechpartnerinnen sind. Eine erste Info-Veranstaltung für potenzielle Patinnen fand nun im MuM unter der Leitung von Anja Schipke von der Geba statt.

Das Projekt „Zukunft wagen! Akzente setzen!“ ist nach Aussage von Anja Schipke eines von rund 70 weiteren im bundesweiten Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“. Gefördert wird es durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

„Bei dem Projekt geht es darum, die Frauen bei ihrem Ankommen in Deutschland zu unterstützen, mit dem Ziel, eventuell in einen Beruf einzusteigen“, umreißt Anja Schipke die Intention. Diese Unterstützung erfolge unter anderem mittels einer „Mini-Sprachförderung“, wie die Geba-Mitarbeiterin sagt: „Es ist eine Sprachgewöhnung, weil wir wirklich viele Frauen haben, die nicht alphabetisiert sind und die ganz wenig Deutsch sprechen.“

Meistens hätten die Flüchtlingsfrauen viele Kinder – und in diesem Punkt spiele das MuM eine entscheidende Rolle, wie Schipke feststellt: „Hier besteht die seltene Möglichkeit der Kinderbetreuung.“ In vielen anderen Kursen sei dies nicht möglich.

Sprach- und Beratungsangebote seien laut Anja Schipke zwar unverzichtbar: „Allein sind sie aber nicht ausreichend, um an einem neuen Ort heimisch zu werden.“ Aus diesem Grund habe sich die Geba überlegt, wie sie den muttersprachlichen Unterstützern vor Ort im MuM weiter helfen kann. Heraus kam die Idee zu „Tandem“. Schipke: „Wie bei einem Tandem: Wenn beide zusammenarbeiten, erreichen sie das Ziel.“

Dieses Projekt richtet sich an Frauen, die vielleicht ebenfalls einen Migrationshintergrund haben und bereits Erfahreungen beim „Ankommen“ gesammelt haben – und diese Erfahrungen und Erlebnisse weitergeben können und möchten.

„In diesem frühen Stadium des Ankommens wünschen sich geflüchtete Frauen vielleicht eine gute Freundin, die die eigene Sprache spricht und Verständnis für die Fragen und Sorgen einer Mutter hat“, formuliert es Anja Schipke. Es geht sowohl um praktische wie gesellschaftliche Komponenten und Fragestellungen: „Welchem Arzt kann ich vertrauen, welche Ärztin spricht sogar meine Muttersprache oder welche Bedeutung haben Elterngespräche in der Schule?“

Die Projektverantwortlichen sprechen aber nicht nur Frauen mit Migrationshintergrund an. „Auch deutsche Frauen können sich als Patinnen engagieren.“ Wer mitarbeiten möchte kann sich unter ✆ 01 57 / 30 69 23 78 melden oder sich mit der Geba unter 98 11 280 in Verbindung setzen.

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