Beratung Pflege: Interview
Plötzlicher Schlaganfall – und nun?

Münster-West -

Die Pflege alter oder kranker Menschen ist ein riesiges Feld, die Hilfsangebote entsprechend breit gefächert. Doch wann darf man welche Leistung und vor allem in welchem Umfang in Anspruch nehmen?

Mittwoch, 07.02.2018, 18:02 Uhr

In der Caritas-vor-Ort-Beratungsstelle Gievenbeck informierten jetzt Dorit Kleinen und Martin Korte über die neue Sprechstunde zur Pflege.
In der Caritas-vor-Ort-Beratungsstelle Gievenbeck informierten jetzt Dorit Kleinen und Martin Korte über die neue Sprechstunde zur Pflege. Foto: kbö

Diese und weitere Fragen beantwortet die Caritas-Beratungsstelle in Gievenbeck während einer neu eingerichteten Sprechstunde. Pflegefachkraft Martin Korte und Dorit Kleinen, Koordinatorin der Caritas-vor-Ort-Beratungsstelle Gievenbeck, sprachen mit unserem Redakteur Kay Böckling über das neue Angebot.

Herr Korte, an wen richtet sich diese spezielle Sprechstunde?

Korte: Sie richtet sich an pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige. Das Angebot ist nicht nur für akute Fälle, es geht auch um Betroffene, bei denen Pflege zu erwarten ist.

Welche Fragen werden am meisten gestellt?

Korte: Die Menschen möchten eine Beratung zu den verschiedensten Themen haben – von rein pflegerischen Fragen bis hin zur Beratung zu Pflegehilfsmitteln. Es geht um Finanzierung von Pflege, Hilfen bei der Antragstellung oder das Feststellen des Pflegegrads.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, in dem schnelle Hilfe benötigt wird?

Korte: Ein älterer Mensch bekommt plötzlich einen Schlaganfall und ist gelähmt. Nun stehen die Angehörigen oft vor großen Problemen und Fragestellungen: Wie kriegen wir das Zuhause geregelt? Das fängt an bei der Wohnraumanpassung und reicht bis hin zur Frage wer macht´s und welche Unterstützung kann ich durch Pflegedienste bekommen? Welche Hilfsmittel gibt es? Das sind so die gängigsten Themen und Fragen.

Kleinen: Hinzu kommt natürlich auch die Frage, ob eine Tagespflege oder eine stationäre Pflege angebrachter ist.

Gibt es in Gievenbeck den Bedarf an einer solchen Sprechstunde?

Kleinen: Der Bedarf ist überall da. Auch im Westen leben viele alte Menschen. Und das Angebot richtet sich ja nicht ausschließlich an Menschen in Gievenbeck – es ist für den gesamten Westen gedacht. Natürlich leben aber auch hier – um auf Gievenbeck zurück zu kommen – viele junge Familien. Aber die haben in der Regel auch ältere Angehörige, die eventuell einmal Pflegeleistungen in Anspruch nehmen müssen.

Wie läuft eine solche Pflegeberatung konkret ab? Nehmen wir das Beispiel Schlaganfall.

Korte: Zunächst einmal muss ich über den aktuellen Fall Informationen einholen. Es gilt, verschiedene Fragen zu beantworten und die konkreten Probleme auszuarbeiten, um daraus Lösungsvorschläge zu entwickeln – und das gemeinsam mit den Angehörigen oder Betroffenen.

Wie könnten solche Lösungen aussehen?

Korte: Es muss durch dritte der eventuelle Pflegegrad festgestellt werden. Dann muss geklärt werden, ob es finanzielle Hilfen für die Pflege gibt. Dann könnte eine Lösung sein, einen Pflegedienst einzubinden. Manchmal reicht es aber auch, einfache Pflegehilfsmittel zu organisieren. Es gibt Pflegekurse, die angeboten werden und an die wir vermitteln können. Manchmal kommt man aber auch zu dem Schluss, dass über eine stationäre Unterbringung nachgedacht werden muss.

Um eine solche Beratung anbieten zu können, bedarf es einer gewissen Erfahrung . . .

Korte: Das ist richtig. Ich bin seit 30 Jahren in der ambulanten Pflege tätig und das macht weiterhin 80 Prozent meiner Arbeitszeit aus.

Ist die Beratung verknüpft mit einer späteren Betreuung durch die Caritas ?

Kleinen: Nein. Es gibt die freie Trägerwahl. Natürlich hat der Caritas-Verband auch Pflegeheime. Dennoch hat jeder die freie Wahl. Eine Beratung durch die Caritas vor Ort bedeutet nicht zwangsläufig auch eine Betreuung durch uns.

Korte: Natürlich stelle ich unser Haus und unsere Pflegedienste vor. Aber ich weise auch darauf hin, dass es in Münster weitere 50 Pflegedienste gibt. Ich habe auch Listen über Häuser anderer Träger.

Wie oft findet die Sprechstunde statt?

Korte: Jeweils am zweiten und vierten Montag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Eventuell bei akutem Bedarf auch nach Absprache.

Ist eine Anmeldung nötig?

Kleinen: Es ist eine offene Sprechstunde, jeder kann kommen, man kann sich einfach melden oder spontan ohne Anmeldung vorbeikommen. Das ist kein Problem.

:

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5494965?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Das passiert am Sonntag bei "Münster mittendrin"
Neben vielen anderen Standorten hat der Prinzipalmarkt eine kulinarische Vielfalt zu bieten.
Nachrichten-Ticker