Klettern im Oxford-Quartier?
Alpenverein sucht nach Standort für neues Kletterzentrum

Münster-Gievenbeck -

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Kletterzentrum hat sich für die Sektion Münster des Deutschen Alpenvereins eine neue Alternative aufgetan:

Mittwoch, 21.02.2018, 17:30 Uhr

Klettern im Oxford-Quartier? : Alpenverein sucht nach Standort für neues Kletterzentrum
Klettern in Gievenbeck könnte nach dem Leerstand der Kletterhalle High Hill bald in der ehemaligen Oxford-Kaserne möglich sein. Ein Anfang wäre die Übernahme der ehemaligen Schießanlage durch den Alpenverein, um dort „Bouldern“ oder ähnliche Klettrer-Aktivitäten anzubieten. Mittelfristig wünscht sich der Alpenverein eine „wettkampftaugliche Kletterhalle“. Foto: Kay Böckling

Nachdem die entsprechenden Wünsche und Pläne für das Gasometer – wie berichtet – aus finanziellen Gründen scheiterten, rückt nun die Oxford-Kaserne und das dort zu entwickelnde Quartier ins Visier der Vereinsverantwortlichen. Explizit geht es um das Areal rund um den ehemaligen Schießstand im Norden der Kasernen-Fläche.

Grundsätzlich geeignet

Vereinsvertreter sowie Rainer Bergmann vom städtischen Sportamt nahmen bei einem Ortstermin die vorhandenen Gegebenheiten in Augenschein und erörterten Vorstellungen und Möglichkeiten. Um es vorweg zu sagen: Grundsätzlich wäre die ins Auge gefasste Fläche schon geeignet. Doch ob der Alpenverein sich wirklich im Oxford-Quartier ansiedelt – immer vorausgesetzt, die Grundstücksverhandlungen zwischen Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) kommen irgendwann zu einem positiven Abschluss – hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zum Hintergrund:

Verschiedene städtische Ämter befassen sich mit der künftigen Entwicklung des Oxford-Quartiers. Unter anderem auch das Sportamt, das im „Grünen Trichter“ auf dem Kasernen-Gelände – nicht zu verwechseln mit der Freizeitfläche „Grüner Finger“ im Auenviertel – auch Flächen für den Breitensport bereitstellen möchte. Dieses Ziel formulierte auch Sportamtsleiter Michael Willnath während der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West.

Möglichkeit: Anlage für „Bouldern“ oder ähnliche Klettrer-Aktivitäten

Seitens des Sportamts machte man sich Gedanken um die denkbare Nutzung des früheren Schießstands. Eine der Möglichkeiten: Dort könnte man eine Anlage für „Bouldern“ oder ähnliche Klettrer-Aktivitäten anbieten. Aus Kompetenz-Gründen kam das Sportamt bei der Frage nach einem Betreiber schnell auf den Alpenverein: „Er ist durch seine Angebote dafür prädestiniert“, so Bergmann.

Beim Ortstermin erörterten die Gesprächspartner die Gegebenheiten. Dabei kam der Alpenverein laut Aussage von Christoph Jöst, zweiter Vorsitzender der Sektion Münster, zu dem Schluss, dass man sich durchaus vorstellen könne, in Gievenbeck heimisch zu werden: „Das Oxford-Gelände ist ein gutes Areal, sofern es für uns Potenzial bietet für mehr als ein Outdoor-Bouldern.“

Kurz- und langfristige Wünsche

Will heißen: Kurzfristig wünsche man sich eine Geschäftsstelle und eine Sportstätte (Außenklettern am Turm und Bouldern). Mittelfristig strebe man eine „wettkampftaugliche Kletterhalle“ an. All das sei in Gievenbeck realisier- und auch finanzierbar (siehe Info).

Weiteres Eisen im Feuer: Fläche an der Coburg

Neben dem Oxford-Areal hat der Alpenverein übrigens noch ein Eisen im Feuer: An der Coburg gibt es eine Fläche, die laut Jöst ebenfalls geeignet ist, ein Sektionszentrum in Münster zu bauen. Eine Bauvoranfrage beim Bauamt liegt vor unter dem Titel „DJK Alpinzentrum der DAV Sektion Münster – Stützpunkt für den Alpenverein in Münster“.

Zurück zum Oxford-Quartier: Die Wünsche und Vorstellungen hat Rainer Bergmann aufgenommen und nimmt sie mit in die Verwaltung. Dort prüfen die verschiedenen Ämter die Machbarkeit. „Wenn möglich findet sich dann ein entsprechendes Angebot im Gesamtkonzept zum Oxford-Quartier wieder“, sagt der Sportamts-Mitarbeiter abschließend.

Zum Scheitern beim Gasometer

Noch immer trauert der Alpenverein (die Sektion Münster hat nach eigenen Angaben allein 5200 Mitglieder) der verpassten Chance hinterher, den Gasometer für ein Sektionszentrum zu nutzen. Dazu nimmt der stellvertretende Vorsitzende, Christoph Jöst, wie folgt Stellung: „Ärgerlich, dass wir am Gasometer so viel Zeit und Energie vergeudet haben – und es daran scheitert, dass der Verein nicht noch knapp eine Million Euro für Denkmalschutz übernehmen kann. Eine Kletterhalle, von einem Verein geführt, wird in Münster funktionieren, aber nur wenn nicht die überhitzten Preise für Gewerbeflächen zu tragen sind – und auch nicht, wenn 800 000 Euro für das Instandsetzen und Absichern eines Industriedenkmals dazukommen.“ Alle anderen Kosten hätte man finanzieren können.

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5541638?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Kleine Pflaster gegen die Wohnungsnot
 Keine Wohnungen: Studenten beziehen Zelte vor dem SchlossSo ein Aufenthalt im Zelt macht Spaß – solange man nicht dauerhaft darin wohnen muss.
Nachrichten-Ticker