Krötenwanderung hat begonnen
Schutzzäune retten Amphibien

Münster-West -

Für sie ist es mitunter ein lebensgefährliches Unterfangen: Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern passieren Kröten, Frösche oder Molche häufig viel befahrene Straßen und bezahlen diese Wanderung nicht selten mit ihrem Leben.

Donnerstag, 08.03.2018, 17:03 Uhr

Sobald die Temperaturen steigen, machen sich die Kröten auf zu ihren Laichgewässern. Schutz-Zäune (kl. Foto) hindern sie am Überqueren der Straßen.
Sobald die Temperaturen steigen, machen sich die Kröten auf zu ihren Laichgewässern. Schutz-Zäune (kl. Foto) hindern sie am Überqueren der Straßen. Foto: Nabu

Um zu verhindern, dass die Amphibien die Verkehrswege kreuzen und überfahren werden, ist das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster in Kooperation mit der Nabu-Naturschutzstation Münsterland dieser Tage damit beschäftigt, Schutzzäune zu errichten. Diese sollen die gefährdeten Tiere am Überqueren der Straßen hindern.

Anfang der kommenden Woche werden laut Reiner Uennigmann, Mitarbeiter im Grünflächenamt, entsprechende Schutzzäune in Nienberge an der Hagelbachstiege sowie der Straße „Haus Uhlenkotten“ (kurz hinter der Autobahnbrücke) aufgestellt. Die Barrieren sind rund 40 Zentimeter hoch und erstrecken sich teilweise über mehrere Hundert Meter.

Christian Göcking, Leiter des Nabu-Projektteams „Amphibienschutz Münster“ erklärt: „Die Länge des Zauns richtet sich nach dem Haupt-Wanderkorridor.“ Diesen habe der Nabu im Laufe der Jahre aus den Erfahrungen heraus an den jeweiligen Stellen ermittelt. Die Höhe des Zauns sei mit den angegebenen 40 Zentimetern ausweichend: „Er ist so schnell nicht zu überspringen.“

Ergänzend zum Zaun werden im Abstand von je zehn Metern Eimer in den Boden eingelassen. In diese sollen die Amphibien auf ihrer Suche nach einem alternativen Weg um den Zaun herum hineinfallen. Die Eimer werden dann an jedem Morgen von ehrenamtlichen Helfern oder Praktikanten geleert. Göcking: „Die Tiere werden dann auf die andere Straßenseite gebracht, von wo aus sie schließlich zu ihren gewohnten Laichgewässern gelangen.“

Der Straßenverkehr stellt nach Aussage des Nabu in jedem Jahr aufs Neue eine Gefahr für Kröten oder Frösche dar. Schon allein das schnelle Vorbeifahren erzeuge einen Unterdruck, der die Tiere enorm gefährde. Tödlich ende stets natürlich der direkte Kontakt mit den Autoreifen.

In diesem Zusammenhang bittet der Nabu alle Autofahrer, die Straßenabschnitte langsam zu passieren oder sogar zu meiden. Auch die Helfer, die morgens die Tiere über die Straße tragen, seien für eine entsprechende Rücksichtnahme dankbar.

Zudem bittet Göcking um Hinweise aus der Bevölkerung, an welchen Stellen Schutzzäune nötig seien. Sein Projekt-Team leite dann bei Bedarf sofort die nötigen Maßnahmen vor Ort ein: „Münsteraner leisten so einen wichtigen Beitrag zum Amphibienschutz.“

Zum Thema

Schutzzäune werden unter anderem an diesen Stellen aufgestellt: Hagelbachstiege, Haus Uhlenkotten, Mecklenbecker Straße, Burgwall, Nottebrock sowie Vahlbusch/Schmitz-Kühlken.,. Auch an anderen Stellen im  Stadtgebiet stehen Amphibienschutzzäune, die laut Nabu von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern betreut werden. Infos: ' 0 25 01 / 97 19 433.

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