Gievenbecker bei „Jugend forscht“ ausgezeichnet
Zwei helle Köpfe für besseres Licht

Münster-Gievenbeck -

Ihre Idee könnte viel Geld sparen. Auf jeden Fall ist sie preiswürdig.

Dienstag, 27.03.2018, 05:03 Uhr

Sie präsentieren ihr Modell, mit dem sie beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ in der Kategorie Technik teilnahmen: Erik Holzhäuser (l.) und Georg Trede.
Sie präsentieren ihr Modell, mit dem sie beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ in der Kategorie Technik teilnahmen: Erik Holzhäuser (l.) und Georg Trede. Foto: Kay Böckling

Ein enormes Umweltbewusstsein kombiniert mit Ideenreichtum zeichnet diese beiden aus: Wie man ressourcenschonend mit Lichtquellen umgeht, ohne auf die gewohnte Sicherheit zu verzichten, das erarbeiteten jetzt Erik Holzhäuser und Georg Trede. Die beiden Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums entwickelten die Idee einer alternativen Straßenbeleuchtung, die – mit Sensoren ausgestattet – nur dann leuchtet, wenn man sie passiert.

Mit ihrem Modell gewannen die beiden jüngst den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in der Kategorie Technik und qualifizierten sich somit für den Landeswettbewerb. In Leverkusen stellten sie ihren Vorschlag vor, dort fand auch die Bekanntgabe der Gewinner samt Preisvergabe statt. Der Beitrag aus Gievenbeck wurde mit dem dritten Sonderpreis in der Umwelt-Kategorie honoriert.

Sonder-Jury

„Der Preis wurde von einer Sonder-Jury vergeben“, so Erik Holzhäuser. Dieser Preis sei verbunden mit einem Forschungspraktikum an einer Universität in Sachsen. „Was genau das bedeutet, wissen wir auch noch nicht. Wir lassen uns da gerne überraschen“, sagt der 17-Jährige. Er feierte jüngst seinen letzten Schultag und steckt nun in den Abitur-Vorbereitungen.

Zum prämierten Projekt: „Das Prinzip ist, dass die Straßenlaternen nur dann leuchten sollen, wenn sie wirklich gebraucht werden – nämlich bei Dunkelheit und wenn jemand vorbeifährt oder -läuft“, so Georg Trede. Vergleichbar sei dies mit Räumen oder Eingangsbereichen, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind, durch die das Licht eingeschaltet wird.

Lichtschranken

Im Modell benutzten die beiden Gymnasiasten Lichtschranken: „Zwei Stück pro Laterne“, wie Holzhäuser sagt. Das habe den Vorteil, dass die Bewegungsrichtung schneller erkennbar sei. Aber: „In der Realität ist das nicht so gut umzusetzen, da man bei den Lichtschranken auf beiden Seiten der Straße auch Sender und Empfänger bräuchte. Und sobald ein Auto davor parkt, ist das quasi unbrauchbar.“ Die Lösung: Man könne passive Infrarot- oder Radar-Sensoren verwenden, um Autos oder auch Personen zu erkennen.

Die beiden haben sich bei ihrer Idee auch mit einer möglichen Umsetzung in Münster beschäftigt. „In Münster haben wir 28 000 Laternen“, weiß Erik Holzhäuser.

Sensorik

Und wie realistisch wäre es, all diese Laternen umzurüsten? Georg Trede rechnet vor: „Man muss dafür keine komplett neue Laterne bauen, die gerne mal 15 000 Euro kostet. Letztlich bräuchte man nur einen Prozessor in der Laterne und die entsprechende Sensorik.“

Ein Prozessor, wie er im Modell Verwendung fand, koste beispielsweise 30 Euro. Die Gesamtkosten pro Umrüstung einer Laterne könnte inklusive Austausch der Lampen hin zur LED-Technik bis zu 300 Euro betragen.

Leuchtkraft

Und wo wäre ein Einsatz dieser alternativen Beleuchtung sinnvoll? „In Wohngebieten ist nachts so gut wie keiner unterwegs“, sagt Holzhäuser. „Da lohnt es sich schon, ein solches System einzuführen, damit die Laternen nicht die gesamte Nacht bei voller Leuchtkraft brennen“, betont er.

Ob ihre Idee irgendwann einmal in der Realität Anwendung findet, wissen die beiden 17-Jährigen heute natürlich noch nicht. Georg Trede: „Im Moment gibt es einige Testprojekte, wie im Hansa Business-Park.“ Dort sei eine Straße ganz mit Sensoren ausgestattet. Der Unterschied: „Die Laternen sind nicht miteinander vernetzt, so wird nur die Laterne heller, unter der man gerade steht.“

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