Flüchtlingsunterkünfte
Feste Einrichtung auf Oxford-Areal

Münster-Gievenbeck -

Die Planungen für das Oxford-Areal werden immer konkreter. Jetzt steht fest: Auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände soll ein dauerhaftes Flüchtlingsheim entstehen.

Mittwoch, 11.04.2018, 18:40 Uhr

In der Oxford-Kaserne wird es eine dauerhafte Flüchtlingseinrichtung geben.
In der Oxford-Kaserne wird es eine dauerhafte Flüchtlingseinrichtung geben. Foto: kbö

Die Grundstücksverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind seitens der Stadt auf der Zielgeraden. Die Planungen für das Oxford-Areal werden dennoch immer konkreter. Jetzt steht fest: Auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände soll ein dauerhaftes Flüchtlingsheim entstehen.

Das geht aus einem Vorschlag des Sozialamts hervor, mit dem sich bis zur entscheidenden Ratssitzung am 16. Mai verschiedene politische Gremien befassen – unter anderem auch die Bezirksvertretung Münster-West. Die tagt am 19. April um 17 Uhr im Lukas-Zen­trum (Rüschhausweg 17).

Unklar ist indes, ob die Stadt eine bereits bestehende temporäre Flüchtlingseinrichtung in einen dauerhaften Standort umwandelt. Denkbar ist es nach Auskunft von Verena Schulte-Sienbeck vom städtischen Sozialamt auch, auf dem Gelände ein anderes Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen umzubauen oder gar eine komplett neue Einrichtung zu bauen: „Wirtschaftliche und stadtplanerische Gesichtspunkte spielen bei der Entscheidung eine Rolle.“

Fest steht: Sollte sich die Stadt Münster entscheiden, im Oxford-Quartier ein komplett neues Haus zu bauen, würde dieses maximal 50 Personen Platz bieten. Bei der Umwandlung der bestehenden Einrichtung oder dem Umbau eines anderen ehemaligen Truppen-Quartiers liegt die Obergrenze bezüglich der Belegungszahl bei 100.

Da es derzeit aber noch keine konkreten Planungen für das neu zu entwickelnde Quartier gibt, kann das zuständige Fachamt auch noch keine Aussage dazu treffen, welche der drei Alternativen letztlich umgesetzt wird. Ein detaillierter Vorschlag wird später als separate Beschlussvorlage formuliert.

Spätestens dann soll auch geklärt werden, was mit der momentanen temporären Einrichtung passiert, in der seit Herbst 2016 „schwerpunktmäßig besonders schutzbedürftige Personengruppen untergebracht sind“, wie die Stadt schreibt. Denkbar ist es, dass eben diese ehemalige Truppenunterkunft (sie bietet heute 170 Plätze) umgewidmet und entsprechend umgebaut wird – und später 100 Flüchtlingen Platz bietet.

Dieser Vorschlag ist das Fazit eines Mediationsverfahrens, das am 12. und 13. Januar in Schöppingen stattfand. Teilgenommen hatten Vertreter des Rates, der Bezirksvertretungen, des Integrationsrates, der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtpflege in Münster, der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA), der Kirchen, der Polizei und der Verwaltung.

„Im Abschlussworkshop wurden insgesamt 20 Standorte vorgestellt, an denen planungsrechtlich die Errichtung einer festen Übergangseinrichtung bzw. die langfristige Nutzung eines bestehenden Standortes möglich wäre“, schreibt die Fachverwaltung. In den Fokus rückte dabei auch die Flüchtlingsunterkunft an der Gronowskistraße.

In diesem Fall entschieden sich die Teilnehmer des Workshops allerdings dafür, dass diese 2016 in Betrieb genommene Unterkunft in Holzrahmenbauweise weiterhin temporär bestehen bleibt – sprich auf Zeit. Bei den Vorstellungen der Unterkunft vor knapp zweieinhalb Jahren hatte Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann die Dauer der Nutzung der Unterkunft an der Gronowskistraße als „schwer abschätzbar“ eingestuft. Vorgesehen waren zunächst drei Jahre – mit Option auf Verlängerung, sollte der Bedarf vorhanden sein. „An dieser Situation hat sich nichts geändert“, sagte jetzt Verena Schulte-Sienbeck.

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