In der Oxford-Kaserne
„Die Tabuzone ein wenig brechen“

Münster-Gievenbeck -

Zu einem großen Aktionstag laden das „Integrationsforum Münster, die „Flüchtlingshilfe Gievenbeck/Sentrup“ und die Stadt Münster auf das Areal der ehemaligen Oxford-Kaserne ein.

Donnerstag, 12.04.2018, 19:04 Uhr

Sozialamtsmitarbeiterin Nina Herbstmann und Bernd Brixius freuen sich auf den Aktionstag auf dem Gelände der Oxford-Kaserne.
Sozialamtsmitarbeiterin Nina Herbstmann und Bernd Brixius freuen sich auf den Aktionstag auf dem Gelände der Oxford-Kaserne. Foto: kbö

Diese Zahl spricht für sich und den Erfolg des Projekts: Seit Bestehen der „Internationalen Fahrradwerkstatt“ haben deren Initiatoren über 1200 Flüchtlingen zu einem eigenen Fahrrad verholfen. Mit dem Umzug vom ersten Standort am Muckermannweg hin in ein größeres Gebäude in der ehemaligen Oxford-Kaserne im Herbst des vergangenen Jahres haben die Verantwortlichen aufgrund des größeren Platzangebots auch mehr Möglichkeiten.

Lediglich der Bekanntheitsgrad könnte ein wenig steigen. Aus diesem Grund gibt es auf dem früheren Kasernenhof, auf dem die Fahrradwerkstatt eine neue Heimat gefunden hat, an diesem Samstag (14. April) von 11 bis 16 Uhr einen großen Aktionstag. Die Stadt Münster mit einigen Ämtern, das „Integrationsforum Münster“ (IFM) sowie die „Flüchtlingshilfe Gievenbeck/Sentrup“ ziehen diesbezüglich an einem Strang und laden zu verschiedenen Mitmachaktionen ein.

„Wir sitzen mit der Werkstatt etwas versteckt in der Ecke und das wirkt alles ein wenig trostlos“, sagt Bernd Brixius, der für die „Internationale Fahrradwerkstatt“ verantwortlich zeichnet. „Uns finden einige Menschen nicht – und das wollen wir ändern.“ Angesprochen seien nicht nur Flüchtlinge, die das Angebot der Fahrradwerkstatt in Anspruch nähmen, sondern auch Spender sowie alle Interessierten.

Der Aktionstag solle auch dazu dienen, den Platz ein wenig einladender zu gestalten. Brixius: „Das soll ja in Zukunft kein Kasernenhof mehr sein, sondern ein Hof, der den Menschen, die hier jetzt und künftig leben, eine gewisse Aufenthaltsqualität bietet.“ Aus diesem Grund werden Blumenbehältnisse aus Holzpaletten gebastelt, Hochbeete bepflanzt und Patenschaften für eben diese Blumenbeete gebildet. Unterstützt wird diese Aktion von den Abfall-Wirtschaftsbetrieben Münster.

An dem Aktionstag wird sich auch die münsterische Polizei beteiligen. „Das Kommissariat Vorbeugung wird einen Fahrrad-Parcours aufbauen, auf dem die Besucher spielerisch das Fahrradfahren lernen können“, verspricht Brixius. Dieses Angebot könne ein erster Schritt zu einer regelmäßigen Einrichtung werden. So organisiert das IFM beispielsweise diverse Radfahrkurse, die künftig auch in der Nachbarschaft zur Fahrradwerkstatt in Gievenbeck angeboten werden könnten.

„Eines der Ziele des Aktionstages ist es auch, die Tabu-Zone ein wenig zu brechen“, meint Brixius. Bei vielen gebe es noch immer ein paar Berührungsängste. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Einrichtungen vor Ort mehr Beachtung finden.“ Neben der Fahrradwerkstatt sind laut Sozialamtsmitarbeiterin Nina Herbstmann im Haus Nummer 38 auch verschiedene Institutionen vor Ort tätig: „Hier sind das Sozialamt, das Jobcenter und der Integration-Point untergebracht.“ Zudem habe das IFM dort ein Büro ebenso wie die örtliche Flüchtlingshilfe.

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