„Schüler experimentieren“
Nun geht's zum Landeswettbewerb

Münster-Gievenbeck -

Mit einem selbstfahrenden Auto beteiligte sich der 15-jährige Moritz Wörmann am IHK-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, einer Sparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Und er holte einen ersten Platz.

Dienstag, 17.04.2018, 17:04 Uhr

Mit einem selbstfahrenden Auto beteiligte sich der 15-jährige Moritz Wörmann am IHK-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, einer Sparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“.
Mit einem selbstfahrenden Auto beteiligte sich der 15-jährige Moritz Wörmann am IHK-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, einer Sparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Foto: kbö

Das Modell mutet schon ein wenig spartanisch an. Doch die Idee dahinter und die dazugehörige Technik faszinieren umso mehr: Mit einem selbstfahrenden Auto beteiligte sich der 15-jährige Moritz Wörmann am IHK-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, einer Sparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“.

Der Beitrag des Schülers des Stein-Gymnasiums beeindruckte die Jury derart, dass sie dem Jugendlichen den ersten Platz im Bereich Informatik zusprach. Das ist gleichbedeutend mit der Qualifikation und Teilnahme am Landeswettbewerb, der am 4. und 5. Mai in Essen stattfindet.

Der Jugendliche bezeichnet sein Projekt als „Selbstfahrendes Auto mit neuronalen Netzen“. Doch was versteckt sich hinter dem Begriff „neuronale Netze? Der Gymnasiast klärt auf: „Im Prinzip eine Programmierung im Computer und ein Nachbau des menschlichen Gehirns.“ Damit werde der Prozess des Lernens nachempfunden.

Was ein wenig nach Science Fiction klingt, könnte durchaus Realität werden, nämlich ein selbstfahrendes Auto: „In der Tat ist es die Idee, dass man das Auto später nicht mehr selbst steuern muss.“ In den Vereinigten Staaten sei diese Technik bereits in Teilen Wirklichkeit. Als Beispiel nennt der Stein-Gymnasiast das amerikanische Taxi-Unternehmen Uber: „Da sitzt zwar noch ein Fahrer drin, aber der macht nichts. Der ist nur zur Kontrolle da.“

Wie kommt ein Jugendlicher auf die Idee, sich mit einem so komplizieren Thema auseinanderzusetzen? „Diese neuronalen Netze gibt es schon relativ lange“, sagt Moritz Wörmann. „Aber es hat sich nun eine neue Form des Lernens entwickelt. Daher boomt es momentan so richtig, neuronale Netze werden immer mehr genutzt.“

Der Gymnasiast nimmt ein Beispiel aus dem Alltag: den Google-Übersetzer. „Der arbeitet auch mit solchen neuronalen Netzen, in dem er immer wieder neue Begriffe lernt, die er übersetzt.“ Ein anderes Beispiel, das ebenfalls mit dem Internet-Riesen Google in Verbindung steht: die Bildersuche. Moritz Wörmann: „Wenn man Google auffordert, Bilder mit Autos zu zeigen, so zeigt Google mir diese auch – weil Google vorher gelernt hat, wie ein Auto aussieht.“

Doch wie stellt man die Beziehung zum selbstfahrenden Auto her? Zunächst entwickelte der Gymnasiast ein Modell, das anhand einer Linienerkennung die Straßenmarkierungen registriert und anhand dieser Markierungen lenken kann. „Das hilft, um in der Spur zu bleiben und wird später sinnvoll auf Autobahnen.“ Hier stand der bekannte Spur-Assistent, über den bereits verschiedene Automodelle verfügen, Pate.

Der Unterschied zu den bereits in Betrieb befindlichen Fahrzeugen in den USA besteht laut Moritz Wörmann in der Technik: „Diese Autos haben sehr viele Sensoren, mit denen sie ihre komplette Umgebung abtasten und auch erkennen, wie weit Dinge entfernt sind.“ Hinzu kämen noch Abstandsmesser oder andere Sensoren. „Sowas ist total teuer.“ Ein Fahrzeug mit einer entsprechenden Ausstattung koste mal schnell 100 000 Euro. „Meine Idee war es, dass man nur eine Kamera benutzt.“ Das Zusammenspiel mit dem neuronalen Netz erfülle schließlich den Zweck.

Und wie hat nun sein Modell mittels des neuronalen Netzes gelernt? „Ich habe mein Handy benutzt und es am Lenkrad des Autos meiner Eltern befestigt.“ Er habe den Neigungssensor des Smartphones genutzt, um zu sehen, wie weit wann das Lenkrad gedreht ist. „Das hat das Handy erkannt und gelernt.“ Die Kamera habe die Fahrt aufgenommen. So konnte die Fahrt später simuliert werden.

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