Mo., 20.07.2009

Handorf Ein Fuchs in der Küche

Von Claus Röttig

Münster-Gelmer - Das war ein Schreck für Gisela Bäcker : Eigentlich hatte sie gedacht, dass sich ihr Sohn ein Eis machen wollte und dabei etwas fallen gelassen hat. Doch der war gar nicht in der Küche, sondern in seinem Zimmer. Als sie dann nachschaute, was der Grund für den Radau gewesen sei, entdeckte sie einen Fuchs in ihrer Küche.

Das Tier saß erst vor einem Fenster und versuchte, nach draußen zu gelangen. „Es war wirklich erschreckend, denn auch unsere Hunde lagen in der Diele und das Tier muss sich an den Hunden vorbei geschlichen haben.“ Letztlich hatte sich der Fuchs unter der Heizung eingeklemmt.

Der Grund, warum der Fuchs in dem Haus aufkreuzte war schnell gefunden: Der Nachbar hatte Gerste geschnitten - und dabei den Fuchs wohl aufgescheucht. „Der Fuchs ist ein Raubtier, das darf man nun nicht vergessen“, erklärte Ludger Altenhövel , der dann als Jäger von Familie Bäcker angerufen wurde und zusammen mit dem Nachbarn den Fuchs von seinem Leiden erlöste. Ein solches Tier im Haus sei eine nicht zu unterschätzende Gefahr. „Normalerweise riecht es Menschen schon von weitem - und weicht ihnen aus“, so Altenhövel. Doch mittlerweile nehmen die Füchse nach Ansicht von Altenhövel überhand. „Die Tiere verstecken sich in den Feldern und kommen nun heraus - auf der Suche nach Nahrung.“

Dabei kann ein Fuchs auch dem Menschen gefährlich werden. „Er überträgt verschiedene Krankheiten, unter anderem die Tollwut.“ Dazu komme, dass die Füchse gerade das Friedwild stark dezimieren.

„Der Fuchs ist im Augenblick einfach in der Überzahl.“ Er habe schon verschiedene Gehäcke, also Bauten der Füchse ausgehoben. „Die Tiere dürfen eigentlich im gesamten Jahr gejagt werden, nur in der Setzzeit nicht“, informiert Altenhövel. Das Bundesjagdgesetz schreibe vor, dass die Anzahl der Füchse dezimiert werden müsse. „Der Fuchs ist ein Kulturfolger, dass heißt, er geht dahin, wo er etwas zu fressen findet.“

Doch mittlerweile sieht Altenhövel die Gefahr einer Fuchsplage in Münsters Osten. „Die Tiere kommen meist aus den Rieselfeldern - und machen dem Friedwild zu schaffen.“

Eine Plage sieht der Vorsitzende des Hegeringes Ost, Hubert Bäumer, noch nicht. „Ich habe allerdings auch beobachtet, dass die Füchse überhand genommen haben.“ Daher werde, unanhängig von dem Ereignis bei Familie Bäcker, im Sommer eine große Fuchsjagd stattfinden.

Gisela Bäcker hat sich von dem Schock wieder erholt. „Wir scheinen die Tiere anzuziehen,  denn vor ein paar Wochen hatten wir schon ein Eichhörnchen im Haus.“ Und nun werde gespöttelt, demnächst werde es wohl ein Wildschwein sein.

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