Di., 29.12.2015

Familie Dense findet in den Alltag zurück Lene ist das größte Geschenk des Jahres

Bei Familie Dense in Dorbaum dreht sich alles um die zehn Monate alte Lene (v.l.): Lotta, Torsten Dense, Stephanie Dense mit Lene und Kinderkrankenschwester Cordula Lennerz („Bunter Kreis Münsterland“).

Bei Familie Dense in Dorbaum dreht sich alles um die zehn Monate alte Lene (v.l.): Lotta, Torsten Dense, Stephanie Dense mit Lene und Kinderkrankenschwester Cordula Lennerz („Bunter Kreis Münsterland“). Foto: spe

Münster-Handorf - 

Wenige Wochen vor dem Geburtstermin erfuhren Stephanie und Torsten Dense, dass ihr Kind krank zur Welt kommen würde. Tatsächlich rang die kleine Lene lange mit dem Tod. Der „Bunte Kreis Münsterland“ half der Familie, in den Alltag zurückzukehren.

Von Lukas Speckmann

Lene ist ein munteres Kind. „Ein lebensfrohes Baby, sie lacht viel“, sagt ihre Mutter Stephanie Dense. „Und sie weiß genau, wen sie mag und wen sie nicht mag.“ Ihre Schwester Lotta (3) mag sie sehr, der greift sie auch mal kräftig in die Haare. Und auch sonst hält sie alle gern auf Trab – schließlich stehen zehn Monate alte Kinder gerne im Mittelpunkt.

Als Lene zur Welt kam, sah es nicht so aus, dass sie überhaupt zehn Monate alt werden würde. „Der Arzt sagte: ,Wir machen, was wir können, aber wir wissen nicht, ob es reicht’“, berichtet Vater Torsten Dense leise. „Der Satz bleibt drin im Kopf.“ Die ersten 40 Tage ihres Lebens verbrachte Lene auf der Intensivstation, künstlich beatmet und ernährt. Als sie entlassen wurde, war ihr Zustand zwar stabil und die Erleichterung groß – aber für ihre Eltern begann ein herausfordernder Alltag. Lene leidet an Trisomie 21, dem Down-Syndrom.

Wie finden sich junge Eltern in einer solchen Situation zurecht? „Man steht da mit einem großen Fragezeichen“, räumt Torsten Dense ein. Großes Glück hatte die Familie allerdings, dass im Krankenhaus bereits Hilfe zur Verfügung stand: Der Arzt machte auf den „Bunten Kreis Münsterland“ aufmerksam, eine Nachsorgeeinrichtung für Familien mit chronisch und schwer kranken Kindern, und er vermittelte den Kontakt. Cordula Lennerz, vom „Bunten Kreis“, Kinderkrankenschwester und Nachsorgemitarbeiterin im St.-Franziskus-Hospital nahm sich der Familie an: Bis zum Sommer besuchte sie die Denses regelmäßig in ihrem Dorbaumer Reihenhaus. Ihr wichtigstes Ziel: „Gemeinsam ein gutes Netzwerk aufbauen.“

Das heißt zunächst einmal: Kontakt herstellen. Zur Krankenkasse, zum Kinderarzt und zum Gesundheitsamt, das sich um die Frühförderung kümmert. Dass er für seine Tochter einen Schwerbehindertenausweis und eine Pflegestufe beantragen könne, erfuhr Torsten Dense von Cordula Lennerz. Die wichtigste Entscheidung war vielleicht die Mitgliedschaft in der Elterngruppe „Unser Kind mit Down-Syndrom“, in der die Denses durch intensiven Austausch mit anderen Familien und ihren Kindern zu Profis in Sachen Förderung, Integration und Inklusion wurden. Inzwischen hat die Familie längst in den Alltag zurückgefunden. „Man lebt bewusster“, sagt Stephanie Dense nachdenklich.

Die Unterstützung durch den „Bunten Kreis“ sei eine Riesenhilfe gewesen, betonen Lenes Eltern. Allein zu wissen, dass jemand da ist, mit dem man über alle Probleme reden kann, war eine große Erleichterung. Cordula Lennerz kann das Kompliment nur zurückgeben: „Lene hat die besten Eltern, die sie sich nur wünschen konnte.“

 

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