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Di., 16.02.2016

Schäden an der Wallburg Haskenau: Unbeirrbare Motorradfahrer

Archäologin Aurelia Dickers und Stadtförster Hans-Ulrich Menke versuchen, die alte Wallburg zu schützen.

Archäologin Aurelia Dickers und Stadtförster Hans-Ulrich Menke versuchen, die alte Wallburg zu schützen. Foto: spe

Münster-Handorf - 

Die Wallburg Haskenau ist nach wie vor das Ziel von Freizeitsportlern, die das Bodendenkmal beschädigen. Einige sind unbeirrbare. Andere helfen bei der Reparatur.

Von Lukas Speckmann

Die gute Nachricht zuerst: Die vor rund zwei Wochen bekanntgewordenen akuten Schäden an der Wallburg Haskenau sind beseitigt. Die Verursacher hatten tatsächlich keine Ahnung, was sie da anrichteten, meldeten sich nach der Berichterstattung in unserer Zeitung pflichtbewusst, trugen die Erdhaufen ab und schütteten die Löcher zu. Stadtförster Hans-Ulrich Menke nahm die Arbeiten ab, und Stadtarchäologin Dr. Aurelia Dickers ist voll des Lobes für soviel Einsicht und Verantwortung.

Die schlechte Nachricht: Nach wie vor sind auf dem mittelalterlichen Bodendenkmal Kradfahrer unterwegs, die weniger einsichtig sind. Eine Spaziergängerin beobachtete am Samstagnachmittag, wie sechs Maschinen über die Wersebrücke bretterten und dann in Richtung Burg und Truppenübungsplatz verschwanden. Die Frau, empört über die Rücksichtslosigkeit der Motorsportler, meldete sich bei der Polizei. Auf ihrem Rückweg beobachtete sie eine halbe Stunde später, wie die Motorräder auf dem Parkplatz am Schifffahrter Damm wieder eingeladen wurden. Die Polizei war bis dahin nicht eingetroffen.

Motorradfahrten auf der Wallburg sind laut Denkmalschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, betont Aurelia Dickers. „Wir würden das in jedem Fall ahnden, dazu sind wir auch verpflichtet.“ Das Gesetz sehe Geldbußen bis zu 250 000 Euro vor – zumindest sollten Verursacher damit rechnen, für den Schaden aufkommen zu müssen. Bei Motorradfahrern gehe sie auch von Vorsatz („die nieten das Hinweisschild um“) oder zumindest von Fahrlässigkeit aus – eine ganz andere Nummer als jugendliche Ahnungslosigkeit, der mit Information noch am besten beizukommen sei.

Polizeisprecherin Antonia Linnenbrink bestätigt, dass der Hinweis bei der Polizei einging – aber wegen einer Vielzahl anderer dringender Einsätze zum gleichen Zeitpunkt habe man nicht sofort reagieren können: „Wenn wir eine Straftat verfolgen müssen, hat das Priorität.“ Als die Beamten schließlich an der Haskenau eintrafen, war niemand mehr vor Ort. Linnenbrink versichert, dass die Polizei für das Thema Haskenau sensibilisiert sei: „Wir können nur raten, bei uns anzurufen.“ 

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