Mo., 21.08.2017

Interview mit der Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek: „Ich kann nur warnen“

Martina Klimek am Eingang des Truppenübungsplatzes Handorf-Ost

Martina Klimek am Eingang des Truppenübungsplatzes Handorf-Ost Foto: Oliver Werner

Münster-Ost - 

In ihrer Funktion als Bezirksbürgermeisterin hält Martina Klimek engen Kontakt zur Bundeswehr – ihrem früheren Arbeitgeber. Den reglementierten Zugang zum Standortübungsplatz Handorf-Ost und das Zutrittsverbot für Dorbaum hält sie im Gespräch mit unserem Redakteur Lukas Speckmann für absolut gerechtfertigt.

Die Bundeswehr will den Standortübungsplatz Dorbaum auch in Zukunft strikt gesperrt wissen. Gleichzeitig mehren sich die Stimmen aus der Anwohnerschaft, der Platz werde militärisch kaum noch genutzt.

Klimek: Das höre ich auch. Aber der Eindruck täuscht: Früher bebten bei uns die Scheiben, wenn die Panzer nach Dorbaum fuhren. Heute werden die militärischen Fahrzeuge mit dem Tieflader gebracht – das wird gar nicht mehr so deutlich wahrgenommen.

Aber die Zeiten der Übungen mit schwerem Gerät sind offensichtlich vorbei.

Klimek: Der Platz wird genutzt. Und zwar Tag und Nacht. Nach dem Abzug der Briten wurde Dorbaum sicher weniger beansprucht. Als die Unteroffiziersschule noch in Handorf stationiert war, fanden dort quartalsweise Prüfungen statt. Aber jetzt zieht das Stabs- und Unterstützungsbataillon des Deutsch-Niederländischen Korps in die Lützow-Kaserne ein – und die üben verstärkt.

Nach so langer Zeit der Nutzung – wie groß kann die Gefahr noch sein?

Klimek: Ich war früher bei der Bundeswehr im Stab tätig und habe die Luftbilder gesehen: Das Gelände ist unberechenbar – da kann es Reste von Übungsmunition, Stacheldraht oder Löcher im Boden geben, das fängt dicht hinter der Grenze an.

Warum sollten Spaziergänger denn nicht auf eigene Gefahr unterwegs sein?

Klimek: Ich kann nur davor warnen. Es ist schon einiges passiert. Vor Kurzem wurde bei einer alten Zisterne Sandspielzeug von Kindern entdeckt, die dort mit ihren Schaufeln gebuddelt haben – wenn dort Kinder eingebrochen wären, hätte man sie nicht schnell gefunden. Gefährdet sind auch Reiter und freilaufende Hunde. Am Wochenende hört man regelmäßig Crossfahrer. Deren Rampen müssen immer wieder von der Bundeswehr beseitigt werden.

Handorf-Ost ist an Wochenenden für die Öffentlichkeit freigegeben. Aber auch dort wurden neuerdings Zäune und Hindernisse aufgebaut.

Klimek: Auch in Handorf-Ost sollte man auf den befestigten Wegen gehen oder mit dem Rad fahren. Die Bundeswehr will auch nicht, dass dort Autos fahren oder Ballons landen. Das Problem ist da, und es wird unterschätzt. Ich setze mich dafür ein, dass die Bevölkerung regelmäßig über die Gefahren informiert wird.

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