BV-Ost-Initiative wird zurückgestellt
Handorfer Ortskern: Kein großer Plan in Sicht

Münster-Ost -

Geht es nach Politikern aus Handorf, würde die Ortskern-Debatte in der städtischen Politik an die große Glocke gehängt – am liebsten mit einem „Stadtteilrahmenplan“ oder „Masterplan“. Doch daraus wird vorerst nichts.

Dienstag, 09.01.2018, 09:01 Uhr

Einen neuen Stadtteilrahmenplan, der sich mit Münster-Ost und dabei besonders mit dem Handorfer Ortskern beschäftigt, wird es so rasch nicht geben. 
Einen neuen Stadtteilrahmenplan, der sich mit Münster-Ost und dabei besonders mit dem Handorfer Ortskern beschäftigt, wird es so rasch nicht geben.  Foto: Oliver Werner

Gaststätten schließen, Vereine verlieren ihre Bleibe, der Lebensmittelhandel droht aus dem Ortskern zu verschwinden – wie geht es nun weiter mit dem drängenden Problem der Strukturveränderungen in Handorfs Mitte?

Die Bezirksvertretung hatte auf Antrag der CDU schon Ende 2016 einen neuen „Stadtteilrahmenplan für Münster-Ost“ angeregt, der 2017 unter dem Eindruck der Ortskerndebatte von einem Antrag der SPD-Ratsfraktion auf einen „Masterplan für Handorf“ erweitert wurde. Der Haupt- und Finanzausschuss folgte zuletzt zwar der Anregung der Verwaltung, beide Anträge gemeinsam zu behandeln und dem Planungsausschuss zu überlassen – aber auch dem Vorschlag, das ganze Thema vorläufig zurückzustellen. Die „Planungswerkstatt 2030“ soll zunächst ermitteln, welchen Veränderungsbedarf es in welchem münsterischen Stadtteil gibt. Im besten Fall gibt es im ersten Quartal des neuen Jahres ein Ergebnis.

Damit werde das Problem nur „von einem Ausschuss zum nächsten weiterverwiesen“, kritisiert Ratsherr Ludger Steinmann (SPD ). Dabei müsse in Handorf dringend über Verkehrsentwicklung, Stärkung der Ortsmitte sowie die Kita- und Schulversorgung diskutiert werden – am liebsten mit reger Bürgerbeteiligung.

Das Planungsamt verweist in seiner Vorlage darauf, dass sich die Stadtverwaltung auch unabhängig von einem Masterplan ständig mit Münster-Ost befasse. Man sei im regen Austausch mit „Eigentümern und Marktakteuren“ – und informiere die Bezirkspolitik regelmäßig. Ein Masterplan sei hingegen eine enorm aufwendige Angelegenheit, und fast jeder Stadtteil möchte einen haben. Ein Handlungskonzept für Coerde sowie Zukunftswerkstätten für Albachten und Amelsbüren hätten derzeit Priorität.

Der Spielraum der Bezirksvertretung Münster-Ost bleibt weiterhin eingeschränkt. Im Zuge der Haushaltsberatungen war noch ihr Antrag gescheitert, ihren bescheidenen Jahresetat von 74 000 Euro um 20 Prozent zu erhöhen, um sich nicht nur um Spielplatzsanierungen, sondern beispielsweise auch um Kulturarbeit kümmern zu können. Piraten-Bezirksvertreter Peter Hemecker echauffiert sich darüber: „Die Außenbezirke Münsters werden für ihren Anteil am Aufbau der wachsenden Stadt nicht belohnt, sondern vom Rat abgewatscht.“ 

Kommentar zum Handorfer Ortskern: Ernüchternd

Mit Beginn des neuen Jahres ist in Handorf Ernüchterung eingekehrt: Als Anfang 2017 die Zukunft von Edeka Rotthowe und Wersehof auf dem Spiel stand, hat die Ratspolitik unerwartet beherzt eingegriffen und die Entwicklung gebremst. Aber das bedeutet nicht, dass Handorf nun ganz oben auf der Prioritätenliste des Stadtrats steht. Die Politik vor Ort hätte am liebsten die große Lösung mit breiter Debatte und Zukunftswerkstatt. Die Politik im Rathaus hingegen hat alle Stadtteile im Blick und setzt derzeit andere Schwerpunkte. Albachten beispielsweise hat schon länger mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Handorf, und in Coerde ist die Not ungleich größer. Da bleibt dem vergleichsweise gut gestellten Münster-Ost nur die Hoffnung auf eine große Lösung im Rahmen einer „Projektwerkstatt 2013“. Das kann noch dauern.Die Bezirksvertretung hat, wenn es ernst wird, wenig Spielraum. Dass im neuen Haushalt nicht einmal ihr sehr bescheidener Jahresetat erhöht wurde, ist ein schlechtes Zeichen. Lukas Speckmann

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