Neujahrsempfang in St. Petronilla
Krippenweg: „Es zieht größere Kreise“

Münster-Ost -

Sie haben aufgebaut und abgebaut, Leitungen verlegt, Waffeln gebacken und material eingelagert: Für die Helferinnen und Helfer des Krippenwegs gab es zum Abschluss nach dem Neujahrsempfang noch einen Dankeschönabend.

Dienstag, 16.01.2018, 09:01 Uhr

Die Krippen vor St. Petronilla leuchteten am Sonntag zum letzten Mal
Die Krippen vor St. Petronilla leuchteten am Sonntag zum letzten Mal Foto: Reinhold Kringel

Das Weihnachtswunder ist beendet: Am Sonntag wurde der Abschluss des Krippenwegs gefeiert. Während bei traumhaftem Wetter noch einmal viele Gäste die Krippen an der St.-Petronilla-Kirche und im Boniburger Wald bestaunten, wurden im Pfarrheim an die 50 Helferinnen und Helfer geehrt, die vor und hinter den Kulissen mitgewirkt hatten.

Das Fazit: ein großer Erfolg, wieder einmal. Von Ende November bis Mitte Januar kamen erneut Tausende Gäste. „Die Zahl der Führungen ist gleichgeblieben“, berichtet Pfarrer Jürgen Streuer, „aber es zieht größere Kreise.“ Die Gäste kommen aus immer größerer Entfernung, und es sind oft ganze Busgruppen unterwegs. Vandalismus? Null. In zehn Jahren Krippenweg sei nie etwas wirklich Schlimmes passiert, hieß es am Sonntagabend. Der Pfarrer freut sich über den großen Zulauf: „Die Krippen helfen dabei, die christliche Botschaft auf einfachem Weg zu verkünden.“

Eine gute Nachricht in anspruchsvollen Zeiten. Denn dass die frühere Volkskirche vor wichtigen Veränderungen steht, wurde beim Neujahrsempfang am Samstagabend, der von der neuen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Martina Fölling eröffnet wurde, sehr deutlich. Der im vergangenen Jahr eingeschlagene finanzielle Konsolidierungskurs werde fortgesetzt, hieß es. Nicht nur die zahlreichen Immobilien der Gemeinde müssten sich einen kritischen Blick gefallen lassen. Zudem müsste die Gemeindearbeit einer genauen Prüfung unterzogen werden. „Es geht um die Frage: Was brauchen wir – was brauchen wir nicht?“, sagt Pfarrer Streuer mit Blick auf die zunehmende Arbeitsbelastung nicht nur für das Seelsorgeteam.

Es gibt auch gute Nachrichten: Beim Neujahrsempfang wurden rund 20 Neubürger begrüßt – die beim Jahresrückblick zugleich einen starken Eindruck von der Gemeindearbeit erhielten. Eine sehr positive Veränderung im vergangenen Jahr: Mit Michael Austenfeld konnte ein Organist und Chorleiter gewonnen werden, der für Kontinuität in der Kirchenmusik steht. Demnächst will er einen Projektchor ins Leben rufen.

Der Katholikentag in Münster ist auch in Münster-Ost ein Thema – obwohl die wichtigen Veranstaltungen in der Innenstadt stattfinden werden. St. Petronilla bereitet sich darauf vor, Gäste unterzubringen: im Pfarrheim und in Schulen genauso wie in Privatquartieren. Es werden noch Helfer und Gastgeber gesucht.

Kommentar: Erfolgsgeschichte Krippenweg

 Der Krippenweg ist eine Erfolgsgeschichte in schwieriger Zeit: Während die Zahl der Gemeindemitglieder zurückgeht und die Entwicklung der Kirchenfinanzen nichts Gutes verheißt, strömen rund um den Jahreswechsel einige Tausend Besucher nach Handorf, die nur allzu bereit sind, sich von der weihnachtlichen Stimmung an der Werse begeistern zu lassen. Gut für die Gemeinde, gut für den Ort, der sich damit trotz Gaststättensterbens als attraktives Ausflugsziel empfiehlt. Wenn in den kommenden Jahren darüber diskutiert wird, welche Aufgaben die Kirchengemeinde noch stemmen sollte: der Krippenweg gehört unbedingt dazu. Täusche sich niemand darüber, dass er mit viel Arbeit verbunden ist. Die Krippen-Teams können auch künftig jede helfende Hand gebrauchen. Lukas Speckmann

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