Betretungsverbot bis zum 31. Januar
Dyckburgwald nach dem Sturm: Waldkinder passen auf

Münster-Ost -

So schlimm wie „Kyrill“ war „Friederike“ nicht. Aber der Sturm hat den Dyckburgwald ganz schön getroffen. Damit müssen nicht zuletzt die Kinder des Waldkindergartens fertigwerden.

Mittwoch, 24.01.2018, 08:01 Uhr

Dieses Bild entstand wenige Tage vor dem Sturm: So wie hier können die Kinder des Waldkindergartens derzeit nicht im Dyckburgwald spielen.
Dieses Bild entstand wenige Tage vor dem Sturm: So wie hier können die Kinder des Waldkindergartens derzeit nicht im Dyckburgwald spielen. Foto: Holde Schneider

Echte Waldkinder sind durch nichts zu erschüttern. Auch nicht durch einen Sturm, der ihren Wald ganz schön durcheinanderwirbelt. Allerdings müssen die Kinder, Eltern und Erzieherinnen des Waldkindergartens im Dyckburgwald derzeit ein wenig improvisieren. Denn die Stadt hat nach dem Sturm „Friederike“ ein Betretungsverbot bis zum 31. Januar ausgesprochen.

Üblicherweise sind die 20 Kinder vormittags bei Wind und Wetter draußen – nun sind sie auf ihre kleine Spielfläche und auf den Platz an der Dyckburgkirche angewiesen. Auch ein Ausflug nach Handorf zum Spielplatz oder in die Bücherei sei denkbar. „Wir haben Möglichkeiten“, sagt Ingrid Lorenz-Klein , die Leiterin des Waldkindergartens. Schließlich verfüge man über zwei komfortable Hütten, und für die Kinder sei es etwas Besonderes, dort mehr Zeit zu verbringen.

Das Außengelände des Waldkindergartens an der Dyckburgkirche.

Das Außengelände des Waldkindergartens an der Dyckburgkirche. Foto: Holde Schneider

Die Waldkinder wissen, dass es unter Bäumen nun gefährlich sein kann, und das Geräusch von Motorsägen ist ihnen vertraut. „Die können das gut einordnen“, meint Ingrid Lorenz-Klein. Zuletzt war der Wald nach dem Jahrhundertregen vor dreieinhalb Jahren für längere Zeit unzugänglich. Auch im Moment gehe die Sicherheit vor: Wenn der Stadtförster die Lage für unbedenklich hält, werde man in den Wald zurückkehren.

Hans-Ulrich Menke schätzt, dass im Dyckburgwald rund 200 Bäume gefallen oder schwer beschädigt sind. „Es hat uns besonders im Nadelholz getroffen“, sagt der Stadtförster. Aber kein Vergleich mit Kyrill? „Bei Weitem nicht.“ Nach dem Sturm vor elf Jahren seien rund 5000 Festmeter Holz aus den städtischen Wäldern geholt worden; „jetzt werden es vielleicht 500, etwa ein Zehntel.“

Keine Katastrophe – aber doch ein massiver Schaden. Diesmal hätten starke Querböen auch einzelne besonders schöne, starke und gesunde Bäume gepackt. Die Gefahr sei deshalb nicht zu unterschätzen: „Die Verkehrssicherheit im Wald hat jetzt Priorität. Erst dann werden wir uns um die Aufarbeitung des Holzes kümmern“, sagt Hans-Ulrich Menke. In zwei bis vier Wochen werde das Grünflächenamt vermutlich alles im Griff haben.

Die Boniburger Allee sei theoretisch begehbar. Aber es liegen noch viele kleine Äste auf dem Asphalt. Am Dienstag ist der Einsatz einer Kehrmaschine der Abfallwirtschaftsbetriebe geplant. Bis dahin sollten Radfahrer die Allee besser meiden. Die Waldwege hingegen sind und bleiben gesperrt. Wer gegen das Betretungsverbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Andere Städte wie etwa Dresden würden Verstöße empfindlich ahnden. „Wir appellieren an die Vernunft“, betont der Stadtförster. 

 

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