Sanierung der Gebäude Handorfer Straße 19-23
Frischzellenkur für Handorfs Mitte

Münster-Handorf -

Ein weiteres spektakuläres Bauprojekt befeuert die Debatte um die Zukunft des Handorfer Ortskerns: Der Investor Christoph Deckwitz hat die Häuserzeile Handorfer Straße 19-23 gekauft und will sie kernsanieren. Die gewerblichen Mieter sollen dem Standort dabei möglichst erhalten bleiben, heißt es.

Dienstag, 17.04.2018, 07:04 Uhr

Die Häuserzeile Handorfer Straße 19-23 soll kernsaniert, ein neues Haus mit der Hausnummer 25 (rechts) soll angebaut werden.
Die Häuserzeile Handorfer Straße 19-23 soll kernsaniert, ein neues Haus mit der Hausnummer 25 (rechts) soll angebaut werden. Foto: eps-architekten

Handorfs Ortskern verändert sich in rasantem Tempo: Investor Christoph Deckwitz und Architekt Berthold Ellertmann wollen nach eigenen Angaben in einigen Tagen den Bauantrag für die Kernsanierung der Häuserzeile Handorfer Straße 19-23 stellen. Außerdem soll ein weiteres Haus, Handorfer Straße 25, angebaut werden. Die politischen Gremien wie Gestaltungsbeirat und Bezirksvertretung sind informiert und haben dem Vernehmen nach Wohlwollen signalisiert – eine Planungszeit von einigen Monaten eingerechnet, kann 2019 mit den Arbeiten begonnen werden. „Wir sind finanziert, wir sind bereit, wir wollen das Ding umsetzen“, sagt Christoph Deckwitz.

Investor Christoph Deckwitz und Architekt Berthold Ellertmann wollen in Kürze den Bauantrag stellen.

Investor Christoph Deckwitz und Architekt Berthold Ellertmann wollen in Kürze den Bauantrag stellen. Foto: spe

Das Bauvorhaben hat zwei Aspekte: Zum einen entstehen in den Obergeschossen neue Wohnungen. Der Zuschnitt des vorhandenen Wohnraums werde angepasst, berichtet Berthold Ellertmann. Vorgesehen sind 50 Wohneinheiten – vom 30-Quadratmeter-Appartment bis zur Wohnung mit mehr als 100 Qua­dratmetern. Um die erforderliche Zahl an Stellplätzen zu schaffen, kommt das Projekt um eine Tiefgarage nicht herum, die mit einer Einfahrt vom Haus Nummer 25 aus erreichbar sein soll. Für eine Rampe ist kein Platz, deshalb ist ein Pkw-Aufzug vorgesehen.

Der zweite Aspekt ist für die Öffentlichkeit noch interessanter: Investor und Architekt sortieren die Gewerbeflächen im Erdgeschoss neu. Die alte Kleinteiligkeit soll aufgegeben werden, vor allem im Haus Nummer 19 sei künftig vergleichsweise viel Verkaufsfläche vorhanden. Er würde einen Drogeriemarkt oder einen Lebensmittelhändler als Mieter sehr begrüßen, be­tont Christoph Deckwitz.

Die Kehrseite der Medaille: Der in den 70er-Jahren erbaute Komplex sei dermaßen brüchig, dass nicht im Bestand saniert werden könne. Die Bewohner müssen also ausziehen. 15 Mietparteien sind es derzeit, wobei einige Wohnungen schon jetzt leerstehen. „Wir werden uns bemühen, Ersatzwohnungen zu finden“, sagt Deckwitz.

Der Gebäudekomplex aus den 70er-Jahren soll kernsaniert werden.

Der Gebäudekomplex aus den 70er-Jahren soll kernsaniert werden. Foto: spe

Die anspruchsvollere Aufgabe: Die Händler im Erdgeschoss während der eineinhalbjährigen Bauzeit zu versorgen. Der Investor betont, dass er mit allen längst verhandelt habe – und sich freuen würde, wenn möglichst viele am Standort blieben. Die Werse-Apotheke soll ihren Betrieb während des Umbaus aufrechterhalten können, Heinemanns Grillstube hingegen, seit 1976 hier ansässig, müsste eventuell auf einen mobilen Verkaufsstand ausweichen. Ein Restaurant ist auch im renovierten Gebäude vorgesehen, sogar größer, moderner, mit ein paar Außen-Tischen und vielleicht einer Weinbar. Die Details seien noch nicht restlos geklärt.

Ein Objekt in Handorf habe lange auf seiner Wunschliste gestanden, sagt Christoph Deckwitz: „Es ist ein ganz besonderer Ort.“ Die Diskussion um die dramatischen Veränderungen im Ortskern habe er genau verfolgt – und er vertritt jene Meinung, die auch IHK und Kaufmannsgilde immer wieder vertreten haben: Der Einzelhandel gehört ins Zentrum. Den Anstoß für das Projekt habe die Ankündigung des Ausbaus der Umgehungsstraße gegeben: Handorf werde von der zu erwartenden Entlastung sehr profitieren.

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