Besuch aus Afrika auf Handorfer Biohof
Slow Food: Familiäre Landwirtschaft verbindet

Münster-Handorf -

Der Besuch wurde von Slow food und Miseroer vermittelt: Ein Landwirt aus Tansania sah sich auf einem Biohof in Handorf um.

Freitag, 18.05.2018, 08:05 Uhr

Jörg Schulze Buschhoff stellt seinen Gästen den Handorfer Gemüseanbau vor.
Jörg Schulze Buschhoff stellt seinen Gästen den Handorfer Gemüseanbau vor. Foto: Claus Röttig

Es war ein Zusammentreffen der besonderen Art: Anlässlich des Katholikentages hatte sich ein Landwirt aus Afrika auf dem Biolandhof von Jörg und Victoria Schulze Buschhoff angesagt. Frank Ademba ist Generalsekretär des Nationalkomitees für Familiäre Landwirtschaft in Tansania. „Wir hatten schon einmal Besuch von dem Botschafter des Landes und sind nun gespannt, was uns ein Bauer zur Situation der Ladwirtschaft im Land sagen kann”, so Jörg Schulze Buschhoff.

Bei einem kurzen Rundgang über die Felder ging es um die Nachhaltigkeit und die Schonung des Bodens. „Es geht natürlich auch, um im Bild des Katholikentages zu bleiben, um die Wahrung der Schöpfung und den Respekt”, so der Landwirt. Der afrikanische Gast interessierte sich sehr für die Methoden und stellte Fragen zum Saatgut und zum Schutz der kleinen Pflanzen.

Danach stellte Ademba die Situation der Kleinbauern in seiner Heimat dar und zeichnete ein erschreckendes Bild: „Große Unternehmen nehmen sich immer mehr von dem Land, denn das Land gehört nicht einem einzelnen, sondern dem Staat.” Dadurch seien die Landwirte immer wieder gezwungen, ihre Unternehmen aufzugeben. „Entweder wandern sie quer durch das Land – oder sie sind gezwungen, doch bei den Großkonzernen zu arbeiten.”

Die Organisation Slow Food hatte in Kooperation mit Misereor zu der ungewöhnlichen Begegnung eingeladen. „Die großen Landwirtschaftsunternehmen in Tansania sind der Meinung, dass Kleinbauern die Bevölkerung nicht ernähren können – was natürlich nicht stimmt“, sagte Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Ademba ergänzte: „Die Kleinbauern können das wesentlich besser, da sie unterschiedliche Dinge anbauen.”

Die großen Agrarunternehmen verfolgten nach Adembas Ansicht eine bestimmte Strategie: „Man versucht, den Bauern teures Saatgut und Dünger zu verkaufen, so dass sie abhängig werden.”

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