Mi., 25.01.2012

Inklusion als pädagogischer Auftrag Johannes-Gutenberg-Realschule richtet als erste weiterführende Schule im Stadtteil integrative Lerngruppe ein

Inklusion als pädagogischer Auftrag : Johannes-Gutenberg-Realschule richtet als erste weiterführende Schule im Stadtteil integrative Lerngruppe ein

Schulleiter Harald Melching, Lehrerin und Inklusions-Koordinatorin Claudia Enning (M.) und Antje Weber, Klassenlehrerin der 5b, sehen der pädagogischen Herausforderung im nächsten Schuljahr erwartungsvoll entgegen. Foto: na

Münster-Hiltrup - 

Johannes-Gutenberg-Realschule richtet integrative Lerngruppe ein

Offenheit gegenüber der Aufnahme von Schülern mit Behinderung, die hat es an der Johannes-Gutenberg-Realschule schon seit geraumer Zeit gegeben. Doch jetzt ist die Schule noch einen entscheidenden Schritt weiter gegangen: Mit Beginn des nächsten Schuljahres will sie eine integrative Lerngruppe einrichten. Da heißt, dass in eine der zu bildenden fünften Klassen bis zu fünf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgenommen werden. Damit ist die Johannes-Gutenberg-Realschule, nachdem alle entscheidenden Instanzen inklusive Stadt und Bezirksregierung grünes Licht gegeben haben, die erste weiterführende Schule im Stadtteil, die sich dieser Herausforderung stellt. Dabei soll der Förderschwerpunkt im Bereich „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ liegen.

„Uns geht es darum, insbesondere den Kindern eine Chance zu geben, die sich quasi in einer Grauzone bewegen, die von ihren Eltern auf eine Förderschule geschickt werden müssen, weil es sonst wohnortnah einfach keine Alternative gibt“, erklärte Schulleiter Harald Melching gestern in einem Pressegespräch. Und diese Alternative wolle man jetzt bieten, auch wenn man natürlich, das stehe außer Frage, weiterhin eine Realschule bleibe.

Von einem Team aus Realschullehrern und Förderschullehrern wird diese fünfte Klasse unterrichtet, in enger Kooperation mit der Johannesschule . „Es sind jeweils zwei Lehrer für alle da“, erklärt Realschullehrerin Claudia Enning , die mit großem Engagement die Inklusion an der Schule koordiniert. Vorgesehen ist, dass die Förderschüler durchgehend bis zur zehnten Klasse in diesem Klassenverband bleiben, in dem nach unterschiedlichen Lern- und Abschlusszielen unterrichtet wird. „Es kann aber durchaus sein, dass ein Förderschüler bei entsprechender Entwicklung seinen Hauptschulabschluss macht“, erklärt Melching. Er natürlich aber auch seine Realschüler im Blick, wie sie von dem integrativen Miteinander profitieren können, gerade im sozialen Bereich. Einen Beitrag zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft möchte man leisten, einer Gesellschaft in der jeder Mensch in seiner Individualität akzeptiert wird. Der pädagogischen Verantwortung sei man sich bewusst, so Melching. „Den Eltern steht es natürlich frei, ob sie ihr Kind in einer integrativen Klasse anmelden möchten“, informiert Claudia Enning. Befürchtungen, dass viele Eltern einen Rückzieher machen könnten, hat sie nicht. Im Gegenteil. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich häufig mehr Eltern für eine integrative Klasse für ihr Kind entschieden haben, als Plätze da waren.“

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