Mi., 04.01.2012

Prinzbrücke: Erhalt kostet vier Millionen Gutachten belegt massive Schäden der Prinzbrücke/ WSA sieht eigene Haltung bestätigt

Prinzbrücke: Erhalt kostet vier Millionen : Gutachten belegt massive Schäden der Prinzbrücke/ WSA sieht eigene Haltung bestätigt

Die Prinzbrücke: Abriss oder Erhalt? Foto: gro

Münster-Hiltrup - 

Oh Gott, müssen wir uns jetzt auf eine x-beliebige Stabbogenbrücke einstellen, von denen es schon so viele entlang des Dortmund-Ems-Kanals gibt? Nicht ohne Grund haben Denkmalschützer und zuletzt die Stadt Münster alles versucht, den Abriss der betagten Prinzbrücke zu verhindern.

Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine hat sich diesen Überlegungen nicht verschlossen und bei einem unabhängigen Ingenieurbüro ein Gutachten erstellen lassen. Zum Jahreswechsel ist es beim WSA eingetroffen. Heinz-Jakob Thyßen hat es gestern durchgearbeitet und stellt exklusiv im Gespräch mit den WN fest, dass an einem Abriss wohl kein Weg vorbeiführt.

Jedenfalls sieht Thyßen gute Argumente für die Diskussion mit den Denkmalschützern, die das Gutachten den Kanalbauern an die Hand gebe.

So konstatieren auch die Gutachter erhebliche Schäden an dem mehr als 100 Jahre alten Bauwerk. Diese seien nicht allein durch Korrosion entstanden, sondern auch Folge der Kriegsschäden an der ursprünglich in Duisburg errichteten Brücke und ihres späteren Wiederaufbaus in Hiltrup. Der Austausch der beschädigten Teile würde vier Millionen Euro teuer werden und damit „doppelt so teuer wie ein Neubau“. Noch teurer wäre der Bau einer neuen Brücke, wenn sie ähnlich wie die bisherige Prinzbrücke eine genietete (oder auch geschraubte) Konstruktion erhielte. Die Kosten lägen bei sechs Millionen Euro.

Eine weitere Variante sei laut dem WSA Rheine ein Neubau, der optisch Elemente einer Fachwerkbrücke aufnimmt. „Diese Brücke wäre in der Gestaltung ähnlich wie die Prinzbrücke.“ Kostenpunkt: Bis zu 2,5 Millionen Euro. Dafür fielen geringere Unterhaltungs- und Erneuerungskosten an. Im weiteren Diskussionsprozess dürfe man nicht ausschließlich die Kosten berücksichtigen, betonte Thyßen, sondern auch städtebauliche Aspekte. Er deutete die Bereitschaft an, bei einer Neuplanung die Kompetenz von Architekten herzuziehen.

Vermutlich in der zweiten Februarhälfte soll eine Bürgerinformation über die Ergebnisse des Gutachten und der bisherigen Planungen veranstaltet werden. Interessierte Bürger sollen ausdrücklich die Chance haben, ihre Fragen bei den zuständigen Entscheidungsträgern los zu werden. Diese Informationsveranstaltung findet in Abstimmung mit der Politik in Hiltrup statt. Im Konsens mit der Politik befindet sich das WSA auch in der Frage, eine weitere Zufahrt vom Osttor zum Gewerbegebiet zwischen Kanal und Bahnlinie zu bauen. Diese Planungen erlauben neue Überlegungen zum Charakter einer künftigen Prinzbrücke. Sie könnte auch ausschließlich für Fußgänger- und Radfahrer gebaut werden.

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