Diese Show macht wirklich Spaß

Mo., 13.02.2012

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„Commando a cappella“ der Vocal-Popgruppe „Viva Voce“ heizt in der Stadthalle ordentlich ein

Diese Show macht wirklich Spaß : „Commando a cappella“ der Vocal-Popgruppe „Viva Voce“ heizt in der Stadthalle ordentlich ein

Mit Witz, Vitalität und einer perfekten Bühnenshow begeisterte „Viva Voce“ in der Stadthalle Hiltrup. Westfälische Reserviertheit im Publikum war rasch gewichen. Foto: mlü

Münster-Hiltrup - 

Wie auf Kommando gute Laune! Das gelang dem „Commando a cappella“ der Vocal-Popgruppe „Viva Voce“ bei 220 Zuschauern in der Stadthalle. Die fünf Franken mit phänomenalen Stimmen begeisterten mit Witz, Vitalität und einer perfekten Bühnenshow.

Von Markus Lütkemeye

Vielleicht zu perfekt? Nicht umsonst hängt „Viva Voce“ ein Boygroup-Image nach. Wie im Genre üblich, verkörpert jeder der fünf Sänger einen anderen Archetyp: Ob Beau, Nerd oder Indie-Rebel mit Out-of-Bed-Frisur – für jeden (Frauen-) Geschmack ist etwas dabei. Und zu den launigen Choreographien spielt im Hintergrund eine LED-Bildschirmwand die passenden Bilder – Wahnsinn. Aber sei es drum: Die Show macht wirklich Spaß. Mal ist sie richtig kurzweilig, wenn sie etwa mit breitem indischem Dialekt und dem Song „Kartoffelheld aus India“ auf Bollywood macht und „Viva Voce“ dazu als vielarmige Göttin Shiva posiert. Und dann gibt es immer mal wieder tiefsinnige Zwischentöne. Die Vokalisten machen sich Gedanken um Besitz und Besessenheit oder um Sinn und Unsinn sozialer Netzwerke. Es bleibt sogar Zeit für politischen Spott: „Was kann Karl-Theodor dafür, dass er so schön ist“, sangen die fünf Franken über ihren prominenten Landsmann Freiherr zu Guttenberg und drohten mit seinem Comeback. Alles was es für das „Commando a capalla“ braucht, steckt in den Stimmbändern. Jörg Schwartzmanns sei als Kind in „einen Schlagzeugtopf“ gefallen und imitiert ein komplettes Schlagzeug-Set. Heiko Benjes bereitet seinen Band-Kollegen das sonore Bass-Fundament, auf dem dann David Lugert, Bastian Hupfer und Mateusz Phout Havong die Songs aufbauen. Das Publikum macht mit: Wo sich an anderer Stelle westfälische Reserviertheit Bahn bricht, herrschte in der Stadthalle gelöste Stimmung und keiner scheute sich, auf Anweisung der Band bei mancher Tonspur mitzuhelfen. Am Ende feiert der ganze Saal – es regnet Zugaben. So soll es sein.

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