MSC-Welthaus: Dokumentation und Zeitzeugen zu Abbé Stock

Mo., 20.02.2012

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Erinnerung an den „Seelsorger der Hölle“

MSC-Welthaus: Dokumentation und Zeitzeugen zu Abbé Stock : Erinnerung an den „Seelsorger der Hölle“

Pfarrer Heinz Löker blättert in einem Album, in dem er Erinnerungen an seine Zeit mit Abbé Franz Stock aufbewahrt. Am Freitag steht er im MSC-Welthaus als Zeitzeuge für Gespräche zur Verfügung. Foto: nn

Münster-Hiltrup - 

Im MSC-Welthaus gibt es am Freitag eine interessante Ausstellung zu Abbé Franz Stock, der im Zweiten Weltkrieg als „Seelsorger der Hölle“ viel Gutes bewirkte.


„Abbé Stock, der Brückenbauer Europas – sein Leben und Wirken“ – so lautet der Titel einer Ausstellung am Freitag 24. Februar von 9 bis 19 Uhr im MSC-Welthaus Hiltrup, Westfalenstraße 105-111. Auf großen Bildtafeln sowie in Filmen ist das Leben und Wirken von Abbé Stock dokumentiert, dem „Seelsorger der Hölle“, wie er auch genannt wurde.

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Im Zweiten Weltkrieg hat Abbé Stock als deutscher Standortseelsorger von Paris eine große Zahl französischer Häftlinge betreut und viele davon vor Haft und Erschießung bewahrt. Mit seiner Nächstenliebe hat er mehr für die deutsch-französische Aussöhnung getan als viele Politiker, so die Aussage vieler Zeitzeugen.

In Chartres leitete Franz Stock auf Bitten der französischen Gefangenenseelsorge das sogenannte „Priesterseminar hinter Stacheldraht“. Dort wurden aus vielen gefangenen, deutschen Theologiestudenten Priester und engagierte Laien in der Kirche, die mit dem Wunsch nach Frieden und Aussöhnung in ihre Heimat zurückkehrten. Der ‚Kreuzweg aus dem Stacheldrahtseminar von Chartres‘, gemalt vom damaligen jungen Seminaristen Lothar Zenetti ist im Meditationsraum des Welthauses ausgestellt.

Pfarrer Heinz Löker, der selbst 1946/47 als Seminarist in Chartres war, berichtet als Zeitzeuge. Der inzwischen 86-jährige Pfarrer erhielt dort einen Teil seiner theologischen Ausbildung. Vormittags und nachmittags besteht im Welthaus die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs mit ihm.

Um 17 Uhr gibt es zum Thema „Frieden als Auftrag“ – ein Impulsreferat und einen Friedensgottesdienst mit Bernhard Lübbering von der Pax Christi-Bewegung.

Pax Christi, der Name ist Programm. Der Friede Christi war vielen Menschen im zerstörten Europa im Jahr 1945 Hoffnung für einen friedlichen Neuanfang. Aus diesem Geist heraus haben sich Menschen aus ehemals verfeindeten Nationen versöhnt. Es entstand die Pax-Christi-Bewegung, die heute weltweit für Frieden und Gerechtigkeit eintritt.

„Das Unrecht vergangener Tage ist uns bleibende Mahnung für die Gegenwart, den Frieden in der Welt zu gestalten. Dies ist auch unser Auftrag im MSC-Welthaus Hiltrup. Deshalb laden wir herzlich zu dieser Veranstaltung ein“, schreibt Sr. Annette Hemming, MSC, in der Einladung zur Ausstellung.


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