Fr., 21.04.2017

Wohnpark Hiltrup im alten Missionshaus Mieter klagen über „katastrophale Wohnzustände“

Das alte Missionshaus war früher ein Studentenwohnheim und wird heute von der LEG-Immobilien-Gruppe als Wohnpark verwaltet.

Das alte Missionshaus war früher ein Studentenwohnheim und wird heute von der LEG-Immobilien-Gruppe als Wohnpark verwaltet. Foto: mlü

Münster-Hiltrup - 

Es fängt im Flur an – der bleibt nämlich dunkel. Die einzige Glühbirne, die es noch tut, hat ein Mieter irgendwann entnervt selber reingeschraubt. Im alten Missionshaus häufen sich die Beschwerden über die Vermietergesellschaft der LEG.

Von Markus Lütkemeyer

Fehlende Glühbirnen sind da nur der Anfang – die Wohnzustände seien „katastrophal“, klagt ein Mieter gegenüber unserer Zeitung. Fünf Monate habe er auf die Reparatur eines Wasserschadens gewartet. „Kommt mal ein Mechaniker, dann ohne Werkzeug. Oder es fehlen Schlüssel für Betriebsräume.“ Neulich sei im Souterrain der Flur mit Abwasser vollgelaufen – es stank zum Himmel. „Da wurde dann über ein Servicecenter in Berlin eine Firma in Essen beauftragt, um einen Schaden in Münster zu beheben. Der Handwerker war allerdings noch in Dortmund unterwegs – Till Eulenspiegel lässt grüßen“, beschwert sich der Bewohner des Gebäudes an der Straße Am Roten Berge. Am meisten ärgern ihn jedoch die ständigen Fahrraddiebstähle, auch die Wäsche sei im Keller nicht mehr sicher. Es gebe ständig Polizeieinsätze im Haus. „Die Immobilie wird heruntergewirtschaftet. Früher gab einen engagierten Hausmeister, der klare Ansagen gemacht hat.“

Solche und ähnliche Aussagen decken sich frappierend mit Kritik, die bereits vor zwei Jahren aus einer ganz anderen Ecke und Etage des Gebäudes vorgebracht wurde: fehlende Ansprechpartner, aber auch ständiger Vandalismus und wochenlanges Warten auf Reparaturen (wir haben berichtet).

Seit Oktober 2016 erfolgen Auskunft, Beratung und Service über einen zentralen Kundenservice der Wohnungsgesellschaft LEG. Der Dienstleister B&O übernimmt Kleinreparaturen im rund 130 000 Mietwohnungen zählenden LEG-Portfolio. Was sagt die LEG zur Kritik, dass der Service eher schlechter geworden ist? „Leckortung, Trocknungszeit – bei Wasserschäden kann eine Reparatur nicht innerhalb einer Woche passieren“, nimmt eine Pressesprecherin Stellung zum konkreten Fall. Um rund um die Uhr erreichbar zu sein, springt in der Tat nach 18 Uhr eine Hotline in Berlin ein.

Was ist mit den fehlenden Ansprechpartnern? „Seit dem 1. Oktober haben wir keine festen Sprechstunden mehr, weil sich viele Sachen schon telefonisch lösen lassen.“ Ein Hauswart sei aber weiterhin im Bestand unterwegs. „Seit zwei Jahren gibt es eine andere Organisation der Betreuung, ja. Aber nicht weniger“, betont die LEG.

Mehrmals in der Woche patrouilliere mittlerweile ein Wach- und Schließdienst im Gebäude. „Was Kriminalität angeht, ist unser Handlungsspielraum begrenzt“, stellt die LEG klar. „Wir können nur an jeden Mieter appellieren, die Polizei zu rufen.“

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