Gründungsmitglieder des Hiltruper Segelclubs erzählen von unvergessenen Abenteuern
Der erste Opti war aus Sperrholz

Münster-Hiltrup -

Kaum zu glauben, was einige der Gründungsmitglieder des Hiltruper Segelclubs (HiSC) auf ihren heiß geliebten Booten schon erlebt haben. Die Männer der ersten Stunde trafen sich mit ihren Frauen fast 50 Jahre nach der Vereinsgründung im Clubhaus wieder.

Mittwoch, 17.01.2018, 09:01 Uhr

Die Männer der ersten Stunde mit ihren Frauen und den beiden Ehrenvorsitzenden des HiSC. Den ersten vereinseigenen Opti zimmerten sie damals aus Sperrholz zusammen – heute sind die Boote ein gewohnter Anblick.
Die Männer der ersten Stunde mit ihren Frauen und den beiden Ehrenvorsitzenden des HiSC. Den ersten vereinseigenen Opti zimmerten sie damals aus Sperrholz zusammen – heute sind die Boote ein gewohnter Anblick. Foto: ske

Begonnen hat die Geschichte des Segelclubs mit zwei Privatschiffen von sieben Metern Länge – viel zu lang für den kleinen Hiltruper See. Natürlich kam es schnell so, wie es kommen musste. Gründungsmitglied Dieter Alke erinnert sich: „Direkt vor Krautkrämer sind wir gekentert. Mann, war da was los.“ Schallendes Gelächter in der Runde folgt nicht nur bei dieser Erinnerung an die wilden Geschichten der vergangenen 50 Jahre.

Nur drei der Männer, die den Verein 1968 aus der Taufe hoben, konnten überhaupt segeln – die anderen ließen sich von ihrer Begeisterung anstecken und wollten es lernen. Den ersten vereinseigenen Opti zimmerten sich die jungen Wilden aus Sperrholz zusammen und nannten ihn liebevoll „unsere Fietje“.

Was dann aus diesem winzigen Verein entstand, ist Geschichte. Alleine zwischen 1979 und 2008 sind aktive und ehemalige Vereinsmitglieder bei 80 Deutschen Meisterschaften, 30 Europa- und sogar 18 Weltmeisterschaften mitgefahren. „Ich glaube nicht, dass es in Deutschland ein zweites Gewässer gibt, was so klein ist und so viel erreicht hat, wie unser kleiner Teich“, sagt Alke.

Mit einem großen Ungetier hat Adi Kracht vor vielen Jahren auf hoher See Erfahrungen gesammelt. Auf einer großen Regatta von England bis nach Südamerika stieß der HiSC-Veteran mit einem riesigen Wal zusammen.

Ein unliebsamer Gefährte ist dem Verein über die langen Jahrzehnte immer treu geblieben – das Kraut im Hiltruper See. Mittlerweile arbeitet der Verein eng zusammen mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Aachen, um eine Art „Unterwassermäher“ zur Bekämpfung des Gestrüpps zu entwickeln. Früher konnten die Mitglieder das Problem schnell und pragmatisch lösen: Sie zogen ein Stahlseil mit Hilfe eines Motors über den Grund des Sees und harkten das abgeschnittene Kraut einfach aus dem Wasser. Heute ist diese rabiate Variante der Unkrautbekämpfung aufgrund von strengeren Regularien zum Schutze der Umwelt nicht mehr erlaubt.

Besonders stolz sind die Gründerväter des Vereines heute wie damals aber auf eine Sache: die intensive Jugendarbeit des HiSC. „Das Segeln ist nach mehr als 38 000 gefahrenen Seemeilen mein Leben. Noch heute gibt es für mich kaum eine größere Freude, diese Leidenschaft am Segeln an junge Menschen weiterzugeben“, erzählt ein leicht wehmütiger, aber vor allem stolzer Dieter Alke. Noch lange tauschen sich die Hiltruper „Seebären“ mit ihren Frauen über die Erlebnisse der letzten fünf Jahrzehnte aus. Auch die heutigen Verantwortlichen lauschen gespannt, denn sie möchten die Geschichte des Vereines anlässlich des goldenen Jubiläumsjahres zusammentragen. Genug zu erzählen gibt es jedenfalls.

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