Laumann in Hiltrup
Tipps für den guten Chef

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, war Gast des Neujahrsempfangs des Bezirksbürgermeisters. Für Hiltrup hatte er eine besondere Botschaft parat.

Montag, 22.01.2018, 12:01 Uhr

Bei seinem Neujahrsempfang begrüßte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (r.) den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (M.), sowie den hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Nacke.
Bei seinem Neujahrsempfang begrüßte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (r.) den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (M.), sowie den hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Nacke. Foto: gro

Minister Laumann weiß, was Münsteraner am liebsten hören. Münster ist Hauptstadt. Zumindest für die Münsterländer. Und Hiltrup bezeichnet der Minister beim alljährlichen Neujahrsempfang des Bezirksbürgermeisters als „selbstbewussten Bestandteil dieser Hauptstadt“.

Im voll besetzten Foyer der Stadthalle kam das bestens an. So etwas streichelt das Ego, stärkt vor allem Zusammengehörigkeitsgefühl. Um diesen Zusammenhalt zu stärken, war Laumann der Einladung in die Stadthalle gefolgt. Das klang durch, als er sagte: „Die Stadtteile werden nur gut leben können, wenn sie zusammenhalten.“

„Unsere Stärken liegen in der Beteiligung der Bürgerschaft“, stieß Joachim Schmidt in das gleiche Horn und sprach ein dickes Dankeschön allen Ehrenamtlichen und allen Vereinen aus, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Spontaner Applaus brandete auf, als er die neue Weihnachtsbeleuchtung lobte und auch den Einsatz der Feuerwehr am Donnerstag nach dem Orkan „Friederike“ hervorhob.

Im Mittelpunkt stand die Ansprache des Ehrengastes Karl-Josef Laumann, der im Kabinett Laschet Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ist. Dabei holte der Minister zum großen Parforce-Ritt durch alle Bereiche aus, für die sein Ministerium zuständig ist. Er zeigte sich gut gelaunt, meinungsfreudig und vor allem der Zukunft zugewandt.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage mit Rekordzahlen bei den Erwerbstätigen könne für die Finanzlage des Staates und der Sozialversicherungen nicht besser sein. „Dass Deutschland derzeit ein Problem damit hat, eine Regierung zu bilden, macht mich fassungslos“, wollte sich der CDU-Politiker einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Die Herausforderungen der Zukunft sind hingegen im Gesundheitsbereich enorm: Alljährlich werde die Zahl der pflegebedürftigen Menschen um zwei bis drei Prozent zunehmen. Entsprechend steige der Bedarf an Pflegekräften, die es schon heute nicht in genügender Zahl gebe. Sorge bereite ihm, dass 60 Prozent der Landärzte bereits über 60 Jahre alt sind. Der Politik und auch den medizinischen Fakultäten warf Laumann massive Versäumnisse vor und kündigte die Einführung einer Landarztquote an.

Die Digitalisierung beschert dem Arbeitsmarkt grundlegende Veränderungen: „Niemand kann sich wegducken in der Hoffnung, dass sie mich nicht trifft“, meinte der Minister. Die Folgen mit Hilfe einer Vorruhestandsregelung abzufedern, sei kaum möglich. Das erlaube die demografische Entwicklung nicht. Laumann warb dafür, die Weichen für Weiterbildung und Gesundheitsprävention rechtzeitig zu stellen, „damit wir in zehn oder 15 Jahren weiterhin gut in Deutschland leben können“.

Heimarbeit werde zunehmen. Zugleich warnte Laumann vor ständiger Verfügbarkeit im Berufsleben: „Ein guter Chef muss nicht am Sonntagnachmittag Mails verschicken.“

Vielfalt sei eine Bereicherung für das Leben, aber auch eine pluralistische Gesellschaft brauche gemeinsame Werte. Persönlich hält es Laumann daher für entscheidend, dass „uns die christlichen Grundwerten weiterhin bewusst bleiben“.

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