Traditionsgaststätte
Die nächste Generation steigt ein

Münster-Hiltrup -

Der Hiltruper Hof an der Kirche Alt-St. Clemens feiert sein 170-jähriges Bestehen. 1848 wurde er von dem Kiepenkerl Theodor Scheller gegründet. Jetzt steigt die fünfte Generation ein.

Donnerstag, 22.03.2018, 10:03 Uhr

Henrik Scheller steigt in den Hiltruper Hof ein, der seit 170 Jahren als Familienbetrieb geführt wird. Den Restaurantbereich will er in Kürze erneuern und auch umbauen.
Henrik Scheller steigt in den Hiltruper Hof ein, der seit 170 Jahren als Familienbetrieb geführt wird. Den Restaurantbereich will er in Kürze erneuern und auch umbauen. Foto: ---

Im Hiltruper Hof heißt es künftig Scheller 5.0. Die fünfte Generation des Familienbetriebs steht in den Startlöchern. Der 24-jährige Henrik Scheller ist angetreten, frischen Wind in die Traditionsgaststätte zu bringen. Passend zum 170-jährigen Bestehens des Hiltruper Hofes wird er zunächst den Restaurantbereich neu gestalten.

Das Restaurant wird künftig sogar einen eigenen Namen erhalten und eigenständig geführt werden in einem neuen, modernen Konzept. Eine persönliche Note möchte Scheller dem Restaurant verleihen, und trotz vieler Neuerungen möchte er die Traditionen nicht aus dem Auge verlieren. „Dazu zählen für mich der Ausschank gut gezapften Bieres als auch die westfälische Küche und die damit verbundene Urigkeit.“

Henrik Scheller spricht von einem „ehrlichen Restaurantkonzept“ mit hoher Qualität der Produkte und einem engen und transparenten Kontakt zu den Produzenten.

Auch von außen sichtbar werden die Veränderungen spätestens in wenigen Monaten. Henrik plant einen Umbau vorzunehmen. Die

drei Fen­ster zur Westfalenstraße werden umgestaltet. Sie reichen künftig bis auf den Boden. Das verspricht ein neues Erscheinungsbild – innen wie auch außen. Im August wird das Restaurant daher während der Bauarbeiten für zwei Wochen schließen.

Seine Ausbildung zum Hotelfachmann hat Henrik Scheller im Hotel Krautkrämer absolviert. Ein Schülerpraktikum im Elektrobereich hatte er zuvor nur absolviert, um zu wissen, was er beruflich nicht will. „Es war schon immer sein Ziel gewesen, das Haus weiterzuführen“, sagt seine Mutter Helga Scheller. Fünf Jahre, so erzählt Henrik Scheller, habe er Erfahrungen in der Ferne gesammelt – mit Stationen in Hamburg, Südafrika, Allgäu und der Schweiz.

Einige neue Ideen bringt er mit: Einen kleinen Feinkostladen soll es künftig geben – mit Marmelade, Pralinen, Kaffee und Tee im Angebot. Zudem will Henrik Scheller an eine fast schon vergessene Tradition des Hauses anknüpfen. Früher gehörte eine Bäckerei dazu. Ein wichtiger neuer Schwerpunkt liegt auf der Verkostung hochwertiger Werte. „Es wird eine ausführliche Weinkarte geben.“ Zudem will Scheller, der eine Ausbildung zum Sommelier absolviert hat, einmal monatlich Weinseminare veranstalten und – natürlich – auch Weine im Verkauf anbieten.

Biertrinker und Thekengäste brauchen aber nicht eine Revolution fürchten, so versichert er: Der urige Thekenbereich werde unangetastet bleiben.

1848 wurde der Hiltruper Hof gegründet, als sich Kiepenkerl Theodor Scheller direkt an der alten Kirche niederließ. Ohnehin war das „Revolutionsjahr“ ein bemerkenswertes Jahr in Hiltrup: Der Männergesangverein als der älteste Verein im Ort wurde gegründet. Und Hiltrup bekam an der Eisenbahnlinie Münster-Hamm die Haltestelle „Dicke Wief“ – musste sich diese aber mit Amelsbüren und Albersloh in der Hohen Ward teilen.

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