Vorbereitungen für neues Wohngebiet südlich der Waldsiedlung
Neuer Plan für 41 Hektar

Münster-Angelmodde/Hiltrup -

Für den Bereich zwischen Hiltruper Straße und Emmerbach soll ein neuer Bebauungsplan erstellt werden. 41 Hektar sind betroffen – das entspricht mehr als 57 Fußballfeldern. Die Stadt Münster und federführende Politiker betonen jedoch: Nicht die gesamte Fläche wird bebaut.

Donnerstag, 05.04.2018, 18:04 Uhr

Für den rot umrandeten Bereich diesseits und jenseits des Albersloher Weges soll ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Nur auf der schraffierten Fläche soll anschließend Wohnbebauung entstehen – trotzdem gibt es Kritik an den Dimensionen des Plangebietes.
Für den rot umrandeten Bereich diesseits und jenseits des Albersloher Weges soll ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Nur auf der schraffierten Fläche soll anschließend Wohnbebauung entstehen – trotzdem gibt es Kritik an den Dimensionen des Plangebietes. Foto: Lisa Stetzkamp

Vielmehr handelt es sich um eine vorbereitende Maßnahme, um lediglich einen Teil des Plangebietes als Baugebiet ausweisen zu können. „Das Plangebiet ist nur deswegen so groß, um mögliche Konflikte mit der Wohnbebauung zu regeln“, erläutert der Stadtplaner Jörg Krause. „Das Wohngebiet soll im Grundsatz nur südlich der Hiltruper Straße bis zur Hochspannungsleitung im Süden entstehen.“ Eine zwar immer noch große, aber nicht mehr gewaltige Fläche.

Welche Konflikte sollen durch die erweiterte Planung entschärft werden? Im Wesentlichen geht es um ein gedeihliches Nebeneinander von Landwirtschaft und Wohnraum. Die Hofstelle am Blumenkamp betreibt bislang keine Viehwirtschaft – wenn der Landwirt jedoch von Ackerbau auf Tierhaltung umstellen würde, könnten störende Immission entstehen – sprich: Es könnte bei den künftigen Nachbarn ganz gewaltig stinken. „Ein hypothetischer Fall, aber in Albachten-Ost gibt es einen ähnlichen faktischen Konflikt“, so Krause. Mit dem vergrößerten Plangebiet sollen alle Eventualitäten und Grenzwerte frühzeitig ausgelotet werden.

Auch Ratsherr Horst Karl Beitelhoff beteuert, dass die Pläne keinen gewaltigen Flächenfraß nach sich ziehen. „Das darf man nicht falsch verstehen.“ Nur ein kleiner Teil der 41 Hektar würde tatsächlich bebaut – auch in einem zweiten Schritt sei eine Ausweitung der Wohnbebauung nicht vorgesehen.

Doch eine Diskussion über die Planungsdimensionen ist längst entbrannt. Skeptisch äußert sich in einer Pressemitteilung die Piratin Birgit Hemecker. „Ich würde mich nicht wundern, wenn bei dem derzeitigen unersättlichen Hunger der Stadt nach Flächen diese Hofstelle das nächste Opfer werden wird.“ Als Indiz wertet sie „die schon angedachte Flächenerweiterung südöstlich des derzeitigen Baugebiets Petersheide/Lancier“.

Die erste öffentliche Anhörung zum Thema findet am 19. April (Donnerstag) in der Sitzung der Bezirksvertretung Hiltrup statt. Der Bezirksvertretung Südost wird die Beschlussvorlage am 24. April (Dienstag) vorgelegt. Bis der neue Bebauungsplan rechtskräftig wird, können nach einem Ratsbeschluss noch bis zu zweieinhalb Jahre vergehen. Beitelhoff wagt einen vorsichtigen Ausblick: „Es wird keine Hochbauten geben, das muss schon zu einem Außenbezirk passen.“ Nach Wunsch der CDU sollen vor allem Einfamilienhäuser entstehen.

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