Afrikanische Jugend will mitreden
Di., 21.02.2012
Schülerakademie des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vermittelt neue Sicht auf „schwarzen Kontinent“
Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zusammen mit Kunstlehrerin Stephanie Daume und Ethnologin Marita Samson bei der 13. Schülerakademie im Franz-Hitze-Haus.
münster-kinderhaus -
„Armut, Krankheit, Krieg – das sind die Schlagworte, die viele mit Afrika verbinden“, sagt der Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Wilhelm Breitenbach. Dass der „schwarze Kontinent“ mit knapp einer Milliarde Menschen und dem weltweit niedrigsten Durchschnittsalter der Bevölkerung von unter 15 Jahren ein ausgesprochen junger Kontinent sei, sei den meisten Menschen in den Industrieländern des Nordens gar nicht bewusst.
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Das war jetzt auch der Hintergrund der 13. Politischen Schülerakademie im Franz-Hitze-Haus, die in Kooperation mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium durchgeführt wurde. Elf Schüler aus der Oberstufe beschäftigten sich zusammen mit weiteren Schülern aus Münster und Dülmen mit der Situation von Jugendlichen in verschiedenen afrikanischen Ländern. Jugend sei in Afrika längst zu einem politisch bedeutsamen Faktor geworden, wenn es um aktive und eigenständige Wege aus Armut, Abhängigkeit oder um die Loslösung von alten Herrschaftsstrukturen gehe, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule. „Die jungen Generationen drängen mittlerweile in vielen Staaten darauf, ihrem Recht auf Partizipation und Selbstbestimmung Ausdruck zu verleihen – nicht nur in den arabischen Ländern Nordafrikas.“ Der „Arabische Frühling“, die Situation afrikanischer Flüchtlinge in der Europäischen Union und Afrikabilder in Europa waren Themen in den Arbeitsgruppen, die die teilnehmenden Schüler mit professioneller Unterstützung von Wissenschaftlern, Theologen und Politikern bearbeiteten. Der Frage von Partizipation und Handlungsmöglichkeiten von jungen Menschen in Afrika versuchten die Teilnehmer im Rahmen praktischer Projektarbeit nachzuspüren. Den Abschluss der fünftägigen Akademie bildete die Beschäftigung mit „Global Heroes“, Heldinnen und Helden aus Afrika. Die Ethnologin Marita Samson und Stephanie Daume, Kunstlehrerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium, hatten prominente Künstler, Politiker und Umweltschützer aus verschiedenen afrikanischen Ländern von Schülern eines Kunstkurses des Kinderhauser Gymnasiums künstlerisch und literarisch porträtieren lassen. Diese Porträts waren dann auch Grundlage für die abschließende Frage nach politischem und gesellschaftlichem Engagement und nach der Möglichkeit von Teilhabe an Veränderungsprozessen in den afrikanischen Staaten. Die Schülerakademie entstand vor mittlerweile 13 Jahren aus einer Kooperation zwischen Heinz Beumer, dem damaligen Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, und dem Franz-Hitze-Haus in Münster. „Ich bin froh, dass wir die Tradition der Schülerakademie weiterführen und unseren Schülern die Teilhabe an diesem Projekt ermöglichen können“, so Wilhelm Breitenbach, heute Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.
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