Im Juli ist Schluss

Mi., 01.02.2012

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Thomas Gogoll ist noch sechs Monate Wirt im „Krug“

Im Juli ist Schluss : Thomas Gogoll ist noch sechs Monate Wirt im „Krug“

Bis Juli bleibt Thomas Gogoll, der steppende Wirt (die Schuhe stehen sonst griffbereit auf der Fensterbank), seinen Gästen im „Krug“ noch erhalten. Foto: kaj

Münster-Kinderhaus - Zum 1. August wird sich Thomas Gogoll (54) vom „Krug“ verabschieden. Das ist bitter. Denn der „Krug“ an der Westhoffstraße ist für viele Kinderhauser das zweite Wohnzimmer. Und natürlich die Pinte mit dem steppenden, humorvollen, schlagfertigen Wirt und guter „Mucke“ mit dem Haustrio um Daniel Paterok.

Von Katrin Jünemann

So 20 bis 25 „Klübkes“, wie Gogoll seine Gäste freundschaftlich bezeichnet, sind betroffen: ob Männerclub, Doppelkopfrunde, Schützenvereine, Freiwillige Feuerwehr, SPD, CDU, Elternstammtisch oder sonstige gesellige Kinderhauser.

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„Ich habe es wirklich mit Leib‘ und Seele gemacht“, sagt Thomas Gogoll. Und er habe mit seiner Frau Andrea Rose auch lange hin und her überlegt, als ihm im vorigen Herbst angeboten worden sei, den „Krug“ zu erwerben. Denn das Gebäude soll verkauft werden. Aber die Entscheidung sei schließlich gegen den Kauf gefallen. Mit 54 Jahren bleibe zum einen „zu wenig Restzeit, um das finanzieren“. Nachdenklich habe beide dann auch sein Unfall gemacht, bei dem er sich am Ellenbogen verletzte, operiert werden musste und zwei Monate ausfiel. Daraus resultierte zum einen die Erkenntnis: „Man wird nicht jünger und – du bist immer auf andere angewiesen.“ Da seine Frau den ganzen Tag berufstätig sei, wäre es ohne Michael Franke nicht gegangen, er hat den Laden geschmissen: „Er ist mein bester Freund.“ „Ok, na gut, nach Dir Lowinchen“, sagt Thomas Gogoll zu der kleinen Rauhaardackelhündin, die ihren Kopf an seinem Knie geparkt hat und Streicheleinheiten einfordert. Das wasserscheue Lowinchen, das bei Regen nicht Gassi-Gehen mag.

Am 21. Januar 2005 hat Thomas Gogoll den „Krug“ übernommen. Eröffnet wurde die Lokalität am 2. April 1958 um 17 Uhr als „Germania-Krug“ von Josef Offermann. Was die Zukunft bringt, ist noch nicht klar. Ob das Gebäude Gaststätte bleibt oder zu Wohnungen umgebaut wird: „Wir sind nach allen Seiten offen“, sagt Inhaber Ralf Stallmeier.

Thomas Gogoll hat dem „Krug“ seinen Stempel aufgedrückt, etwa als Musikkneipe. Maggiflasche und Spiegelei von Bernd Stratmann ante portas gehören auch dazu, die Kunstwerke im Grünen. Im Winter kommt eine Kerze hinzu, im Sommer das Kölsch-Glas. Der Renner bei Familienfeiern im „Krug“ ist übrigens der Backschinken. Bis Ende Juli wird Thomas Gogoll diese Spezialität des Hauses noch unzählige Male anrichten. Was dann kommt, ist offen: „Vielleicht irgendwo einsteigen, aber das muss passen, die Wellenlänge muss stimmen.“ Vorerst sucht die Familie eine neue Wohnung: „Am liebsten in Kinderhaus“.


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