Di., 29.12.2015

Studentinnen der KatHO untersuchten die Netzwerke an der Paul-Schneider-Schule. Hier wird wirksam geholfen

Die Paul-Schneider-Schule und ihre Hilfs-Netzwerke nahmen die Studentinnen Patricia Kuhl und Gürcu Vural sowie Sophia Bürger bei einer wissenschaftlichen Untersuchung in den Blick.

Die Paul-Schneider-Schule und ihre Hilfs-Netzwerke nahmen die Studentinnen Patricia Kuhl und Gürcu Vural sowie Sophia Bürger bei einer wissenschaftlichen Untersuchung in den Blick. Foto: jans

MÜNSTER-KINDERHAUS - 

Bekommen Kinder aus sozial schwachen Familien an Schulen immer die Hilfen, die sie brauchen? Drei Studentinnen erforschten diese Frage.

Von Jan Schneider

Deutlicher kann man es nicht sagen: „Alle Kinder mit Schulproblemen finden Einrichtungen, die ihnen helfen – unabhängig von ihrer sozialen Situation“.

So sehen Sophia Bürger, Patricia Kuhl und Gürcu Vural die Situation der 224 Schülerinnen und Schüler der Kinderhauser Paul-Schneider-Schule. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW, Abteilung Münster, erforschten die drei Erstsemester die Hilfen und Hilfsnetzwerke für Kinder an dieser Schule.

Ihre Forschungsarbeit ging zunächst von der brisanten „gruppeninternen Vermutung“ aus „Kinder aus bürgerlichen Verhältnissen“ fänden leichter Zugang zu Netzwerken „als Kinder aus finanziell benachteiligten Familien“. Bewiesen oder widerlegt werden sollte die These an der Paul-Schneider-Schule, einer evangelischen offenen Ganztagsschule, mitten im Herzen des gut bürgerlichen „Alt-Kinderhaus“.

Es folgten Gespräche mit den Schülern aber unter anderem auch mit Theresia Dohle, Sozialarbeiterin an der Schule, mit der Caritas Beratungsstelle in Kinderhaus und der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Münster.

Anschließend mussten die Forscherinnen ihre Eingangsvermutung gründlich revidieren. Sie erkannten nämlich, dass die soziale Herkunft an der Paul-Schneider-Schule keinesfalls über den Zugang zu Hilfs-Netzwerken entscheidet. „Wir haben herausgefunden, dass jedes Kind eine Chance hat, wenn die Bedingungen dazu gegeben sind“, betont Petra Kuhl. Die Kinder aus sozial schwachen Gruppen meldeten sich allerdings öfter, wenn es um durch Netzwerke angebotene Hilfen geht, so Kuhl weiter.

Mit dem Ergebnis der Forscherinnengruppe ist Sabine Malecki, Leiterin der Paul-Schneider-Schule, natürlich hoch zufrieden. Über das Hilfsangebot an ihrer Schule sagt sie: „Es ist natürlich ganz stark von unserer Schulsozialarbeiterin getragen.“ Anfragen zur wissenschaftlichen Erforschung des Lebens an der Schule gebe es häufig, so die Schulleiterin weiter. „Wenn es zeitlich reinpasst machen wir das gerne“, erklärt sie.

Erfreut ist auch Prof. Dr. Ursula Tölle über die Ergebnisse der an der KatHO von ihr betreuten Nachwuchsforscher. Die hatten nicht nur die Netzwerk-Situation an der Paul-Schneider-Schule untersucht. Andere Arbeitsgruppen nahmen auch die Grundschule Kinderhaus-West in den Blick oder erstellten eine hilfreiche „Netzwerk-Schatzkarte“ für alle Kinder im Stadtbezirk (wir berichteten) .

„Sie wissen jetzt wirklich sehr viel!“, rief Prof. Tölle nach Abschluss der Projekte ihren Studierenden zu. „Eigenverantwortliches Lernen“ produziere „viel Wissen“, stellte die Dopzentin fest. Neben „Wissen“ gehörten auch „Können“ und „Haltung“ zu den „Kompetenzdimensionen“ die die Hochschule vermitteln wolle. „Auf allen Ebenen ist total viel passiert“, so Prof Tölle, sichtlich zufrieden angesichts der Forschungsergebnisse.

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