So., 18.06.2017

Waldschule Kinderhaus Mit dem Freitagspferd in die Stadt wie vor 400 Jahren

Schüler der Waldschule Kinderhaus sammelten mit dem Freitagspferd „Daylight“ in der Stadt Spenden für die Arbeit der DAHW und der Gesellschaft für Leprakunde.

Schüler der Waldschule Kinderhaus sammelten mit dem Freitagspferd „Daylight“ in der Stadt Spenden für die Arbeit der DAHW und der Gesellschaft für Leprakunde. Foto: DAHW

Münster-Kinderhaus - 

Schülerinnen und Schüler der Waldschule ließen einen alten Brauch wieder aufleben: Mit dem Vierbeiner „Daylight“ zogen sie in die City, um Geld für Leprakranke zu sammeln.

Vor rund 400 Jahren zog der Knecht des Leprakrankenhauses freitags mit seinem Pferd von Kinderhaus aus in die Stadt Münster, um Spenden für leprakranke Menschen zu sammeln.

Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse der Waldschule Kinderhaus belebten den Brauch wieder. Sie gingen mit Freitagspferd „Daylight“ vom Hof Stegemann-Wibbelt in die City, um Spenden für die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) und die Kinderhauser Gesellschaft für Leprakunde (GfL) zu sammeln.

Nachdem sie im Unterricht gesehen und nachempfunden hatten, was die Krankheit Lepra bei Menschen anrichtet, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, waren die Schüler mit vollem Elan bei der nun schon sechsten Neuauflage der Aktion „Freitagspferd“ dabei.

Eine Stunde lang sprachen sie Passanten an und informierten über die Lepra. Höflich, freundlich, ohne Menschen zu bedrängen, so die Pressemitteilung des DAHW. Selbst zwei Streifenpolizisten kamen nicht an der Sammeldose vorbei – sie zückten ihre Geldbörse und gaben eine Spende. Was strahlende Gesichter bei den Schülerinnen und Schülern auslöste. Sehr erfolgreich waren sie mit einem Bauchladen, in dem sich Bonbons und Blinkeherzchen für einen Selbsttest in Sachen Lepra befanden. Ihre Lehrerin Barbara Saul-Sievers hatte die Idee und den Bauchladen mit in die Aktion gebracht.

Das Freitagspferd „Daylight“ nahm den Spaziergang in die Stadt, über Münsters Prinzipalmarkt, bis hin zur Lambertikirche, erstaunlich gelassen. Lediglich während des Aufenthalts an der Kirche wurde das Pferd ein wenig ungeduldig. Gutes Zureden, jede Menge Möhren und das Abrufen von erlernten Tricks durch Besitzerin Corinna, halfen. Wobei sich „Daylight“ ganz nebenbei zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelte.

Schon auf dem Weg zum Prinzipalmarkt hielt übrigens ein großes Müllauto an. Das Fenster glitt herunter, der Fahrer rief: „Komm mal her mit der Dose!“ und steckte seine Spende hinein. Als die Akteure ihre Aktion erklären wollten, winkte er ab: „Schon gut, ich bin Kinderhauser.“

So kamen insgesamt 152, 26 Euro zusammen. DAHW und GfL freuen sich über diese Unterstützung.

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