Mo., 21.08.2017

Gemeinsames Essen im „Freiraum“ „Essen bringt die Leute zusammen“

Die Damen im Frauencafé wollen gleich so richtig zulangen. Aber vorher präsentiert Köchin Laila Nizam-Mortaga mit Hilfe von Franzis Dremer noch schnell die frisch frittierten Teigtaschen mit Hähnchenfüllung. Lange werden sie nicht auf der Servierplatte liegen.

Die Damen im Frauencafé wollen gleich so richtig zulangen. Aber vorher präsentiert Köchin Laila Nizam-Mortaga mit Hilfe von Franzis Dremer noch schnell die frisch frittierten Teigtaschen mit Hähnchenfüllung. Lange werden sie nicht auf der Servierplatte liegen. Foto: jans

MÜNSTER-KINDERHAUS - 

Laila Nizam-Mortaga hat eine Leidenschaft fürs Kochen. Die gebürtige Afghanin gibt Kurse – und schwingt regelmäßig im „Freiraum“ den Kochlöffel. Ihre Rezepte bleiben dabei kein Geheimnis.

Von Jan Schneider

Die Tafel biegt sich. Laila Nizam-Mortaga hat ein Festmahl aufgetischt. Basmati-Reis mit Lammfleisch, Möhren, Rosinen, Pistazien und Pinienkernen türmen sich prächtig auf einem großen Teller beim Frauen-Café im „Freiraum“, Diesterwegstraße.

Leckere Frikadellen aus Kalb- und Rindfleisch liegen in Schüsseln gleich neben dem Reisberg. Kartoffeln und Kichererbsen, jeweils in Zwiebel-Tomaten-Soße, locken. Gegrillte Hähnchenkeulen und Teigtaschen mit Hähnchenfleisch (siehe Rezept) soll es auch noch geben. Und natürlich steht Fladenbrot auf dem Tisch. Keine Frage: Die Köchin versteht etwas von ihrem Fach.

Ein ganzes Büfett habe sie vorbereitet, erzählt Laila Nizam-Mortaga. Kabeli heiße so etwas in ihrer Heimat. Alle Zutaten wurden von einem orientalischen Supermarkt in Münster gespendet.

Für die gebürtige Afghanin ist Kochen ein – ziemlich schmackhaftes – Mittel zur Völkerverständigung. „Essen verbindet“, sagt sie. Und: „Für mich ist Kochen das Wichtigste.“

Vor 31 Jahren kam Nizam-Mortaga nach Deutschland. Im „Freiraum“ ist sie sozusagen zu Hause. Die mit einem Unfallchirurgen aus Palästina verheiratete Mutter von drei Kindern gründete die Begegnungsstätte für Frauen in der Nordmark mit und gehört auch dem „Freiraum“-Beirat an.

Sie gibt – na klar – Kochkurse sowie Eltern-Baby-Kurse in verschiedenen Ausbildungsstätten. Zudem ist sie in Kinderhaus ehrenamtlich im Sozialdienst tätig. Sie sorgt als „Kulturmittlerin“ dafür, dass Menschen miteinander in Kontakt treten.

Dazu soll auch eine Ausbildung im „Transkulturellen Coaching“ beitragen, die Nizam-Mortaga gegenwärtig bei Trainerin Marita Bestvater absolviert. Und worum geht es da? „Wir lernen, wie wir Menschen unterstützen können, auf Augenhöhe miteinander umzugehen“, erzählt die Köchin, während sie in der „Freiraum“-Küche vorsichtig die Teigtaschen mit Hähnchenfüllung in siedendes Öl gibt.

„Es ist doch schön, wenn sich alle auf etwas einlassen – und etwas Leckeres dabei herauskommt“, lacht Laila Nizam-Mortaga. „Alle“, das sind diesmal zunächst zehn Frauen, dann gesellen sich immer mehr hinzu. Auch ein hungriger Mann kommt mal eben vom benachbarten Sozialladen „Obolus“ rüber.

Alle langen kräftig zu und Laila Nizam-Mortaga erklärt gerne die Feinheiten der angebotenen Köstlichkeiten. „Wie heißen die?“, wird sie gefragt, als die Teigtaschen serviert werden. „Sambossa“, erklärt die Köchin fröhlich. Sie holt ein kleines Glas mit einer grünen Paste hervor. Sehr scharf sei dieses Chutney, werden die Gäste des Büfetts noch gewarnt. Das stimmt, mit den mild-würzigen Chutneys die hier im Supermarktregal stehen, hat dieses Paste nichts zu tun. Alle die davon gekostet haben, atmen erstmal tief durch.

„Man braucht schon ein bisschen Zeit“, sagt Laila Nizam-Mortaga lächelnd, als sie ihren Blick über jene Köstlichkeiten schweifen lässt, von denen sich jetzt alle bedienen. „So sechs bis acht Stunden“, ergänzt sie. Aber die Mühe hat sich ganz offensichtlich gelohnt: Beim Kabeli wird zugegriffen und erzählt. Auch Gast Franzis Dremer findet daher: „Essen bring die Leute zusammen.“

Teigtaschen mit Hähnchenfüllung

Zutaten (für fünf Personen): 300 Gramm Hähnchenbrust, eine Aubergine, ein kleiner Kohlrabi, 250 Gramm Champignons, eine kleine rote Paprikaschote, eine kleine gelbe Paprikaschote, frische Kräuter (Petersilie und Koriander), Salz, Pfeffer, Olivenöl, Speiseöl, eine Packung Frühlingsrollen-Blätterteig (aus dem Asia-Laden).

Zubereitung:Hähnchenfleisch klein schneiden und in Olivenöl kurz anbraten. Kohlrabi schälen klein schneiden und mit wenig Öl in Extra-Pfanne anbraten. Auberginen schälen, würfeln und zu dem angebratenen Kohlrabi geben. Champignons putzen, klein schneiden und ebenfalls dazugeben. Paprika und Kräuter waschen, klein schneiden und dazugeben. Gemüse und Hähnchenfleisch mischen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Den Blätterteig zweilagig verwenden und die Streifen über Eck zu dreieckigen Teigtaschen falten, die mit der Fleisch- und Gemüsemischung gefüllt und dann zugedrückt werden. In Öl frittieren. Laila Nizam-Mortaga empfiehlt dazu einen Joghurt-Dipp. Als Füllung für die Taschen eignen sich auch Hackfleisch oder Spinat mit Schafskäse.

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