Ehrenamt
Die Herren der Spielgeräte

Münster-Kinderhaus -

Bewegung tut not, gerade in jungen Jahren und gerade wenn man viel in sitzender Tätigkeit macht – wie in den Schulen. Wie gut, das es da die Pausenhelfer gibt.

Dienstag, 06.02.2018, 06:02 Uhr

An der Geschwister-Scholl-Realschule und dem Gymnasium profitieren die Kinder in den Pausen von einem neuen Pausenhelfer-Konzept. Die Schüler übernehmen selbst die Verantwortung für Spielgeräte.
An der Geschwister-Scholl-Realschule und dem Gymnasium profitieren die Kinder in den Pausen von einem neuen Pausenhelfer-Konzept. Die Schüler übernehmen selbst die Verantwortung für Spielgeräte. Foto: fre

Gemeinsam macht es doppelt so viel Spaß – und zwar nicht nur das Spielen in der Pause, sondern auch die Übernahme von Verantwortung für die Spielgeräte. Sozialpädagogik-Praktikant Benjamin Stock hat an der Geschwister-Scholl-Realschule ein neues Pausenhelfer-Konzept etabliert, das im Handumdrehen zum Selbstläufer wurde. Die Schüler profitieren davon in vielerlei Hinsicht.

Ein klapperiger Metallwagen, ein leerstehender Lagerraum und ein paar Spielgeräte sind der Ursprung von Stocks Idee: „Bisher wurden Bälle und Co. in einem alten Rollwagen verwahrt und von einem einzigen, unermüdlichen Schüler verwaltet. Als ein Lagerraum mit direktem Anschluss an den Schulhof nicht mehr genutzt wurde, kam mir der Einfall zum Pausenhelfer-Konzept“, erklärt Stock.

Der Raum wurde frisch gestrichen, mit Regalen und einem Radio ausgestattet – und mit diversen Spielgeräten von Bällen über Pedalos bis zum Diabolo.

Einige Schüler, darunter vor allem Sechstklässler, machten gemeinsame Sache und wählten drei Gruppensprecher, mit deren Hilfe von nun an Schichten für die beiden großen Pausen und die Mittagspause eingeteilt werden. Die Schüler verwalten das Spielgeräte-Lager dann eigenständig und dokumentieren pingelig genau, wer welches Spielzeug entliehen hat.

„Besonders die Schüler, die sich in der Klassengemeinschaft etwas schwer tun, profitieren von der Verantwortung. Das funktioniert hervorragend. Wenn mal jemand ausfällt, organisieren sich die Kinder selbst und sorgen für eine Vertretung“, so Stock. Als Belohnung winkt den fleißigen Pausenhelfern ein lobender Eintrag auf dem Zeugnis.

Schulleiter Clemens Krause gefällt besonders die einfach in den Schulalltag integrierte Bewegung. „Dank des tollen Engagements unseres Praktikanten sind die Kinder nun in den Pausen viel aktiver. Es ist seitens der Hirnforschung nachgewiesen, dass Bewegung Lernprozesse erleichtert.“ Das Projekt sei besonders aufgrund der Ganztagsstruktur der Realschule ein wichtiger Baustein, um die Bewegungsfähigkeit zu fördern.

Der Einsatz der Pausenhelfer mache sich außerdem in sozialer Hinsicht bemerkbar. „Die Kinder werden besser eingebunden. Das gleicht Probleme in anderen sozialen Situationen aus. Wir sind eine bunte Schule, und gerade deswegen ist es uns wichtig, dass die Schüler lernen, miteinander umzugehen“, unterstreicht Krause.

Derzeit besuchen etwa 450 Schüler die Geschwister-Scholl-Realschule. An drei Tagen in der Woche gibt es dort aufgrund des Nachmittagsunterrichts eine längere Mittagspause. Das Pausenhelfer-Angebot wird zudem von den Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums genutzt, sodass insgesamt rund 1100 Schüler davon profitieren.

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