Sorge wegen Kürzung der Schulsozialarbeit
„Das ist Beziehungsarbeit“

Münster-Kinderhaus -

Die Paul-Schneider-Schule sorgt sich um die geplante Kürzung der Schulsozialarbeit.

Donnerstag, 14.06.2018, 19:00 Uhr

Ute Rösner und Marius Forner von der Schulpflegschaft der Paul-Schneider-Schule sehen die Stellenkürzung der Stelle für die Schulsozialarbeit mit großer Sorge.
Ute Rösner und Marius Forner von der Schulpflegschaft der Paul-Schneider-Schule sehen die Stellenkürzung der Stelle für die Schulsozialarbeit mit großer Sorge. Foto: kaj

Die angepeilte Neuordnung der Schulsozialarbeiterstellen wird in der Kinderhauser Paul-Schneider-Schule mit sehr großer Sorge gesehen. Die Schule kann momentan mit einer ganzen Stelle agieren, die sich zwei Personen teilen, und soll ab dem neuen Schuljahr eine Viertel-Stelle abgeben. Das sieht eine Verwaltungsvorlage vor, die wie berichtet momentan die parlamentarischen Gremien passiert. Am 4. Juli entscheidet der Rat.

Eine Viertel-Stelle weniger – das hört sich zunächst nach keiner sehr großen Veränderung an. Aber der Teufel sitzt im Detail. Die Schule geht davon aus, dass eine ihrer beiden Schulsozialarbeiterinnen abgezogen wird und sich eine neue Fachkraft ganz neu einarbeiten muss.

Die Paul-Schneider-Schule liegt auf der Punkte-Skala, nach der sich die Stellenanzahl richtet, noch immer weit oben. 20 ist die höchste vergebene Punktzahl. Die Paul-Schneider-Schule liegt im neuen Ranking für das Schuljahr 2018/2019 bei 17, bislang erhielt sie 19 Punkte. Warum es weniger wurden, verstehen Lehrer und Elternvertreter nicht: Sie sehen die Schule vor denselben Her­ausforderungen. „Schulsozialarbeit ist keine Büroarbeit, das ist Beziehungsarbeit“, betont Schulleiterin Sabine Malecki. Schulsozialarbeit sei ein wichtiges Netzwerk. Die Schulsozialarbeiter haben sich Vertrauen erarbeitet, bei Schülern, Eltern und Kollegium. Sie kennen die Strukturen, die Probleme, die Sorgen und die Nöte, wissen um die Anlaufstellen im Stadtteil, mit denen man kooperieren kann, wenn es hakt, um Schülern und Eltern zu helfen.

„Ich finde es positiv, dass die Eltern immer einbezogen werden“, beschreibt Marius Forner von der Schulpflegschaft seine bisherige Erfahrung an der Paul-Schneider-Schule. „Es stößt bitter auf, wenn solch eine wichtige Änderung jetzt so schnell abgehandelt werden soll“, sagt er mit Blick auf die Vorlage zur Schulsozialarbeit.

„Das Wirken der Schulsozialarbeiter geht weit über den Vormittag hinaus“, unterstreicht Schulleiterin Sabine Ma­lecki. Von den 262 Schülern der Paul-Schneider-Schule besuchen 200 den offenen Ganztag und 35 Schüler die 13-Uhr-Betreuung.

Die Schule sieht sich mit ihrer heterogenen Schülerschaft vor vielfältigen Herausforderungen. „Wir brauchen einen zuverlässigen Sockel“, sagt Marius Forner. „Das ist eine Vertrauensgeschichte.“ Alle zwei Jahre Änderungen in puncto Schulsozialarbeit, womöglich mit wieder einem Wechsel, seien nicht zielführend. „Bei fünf Jahren könnte man ein Konzept auf die Beine stellen“, plädiert er für längere Planungen.  

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