30 Jahre Begegnungszentrum
Im Herzen der Brüningheide

Münster-Kinderhaus -

Von der Begegnungsstätte in der „Alten Drogerie“ am Sprickmannplatz zum Begegnungszentrum Kinderhaus – das ist eine Entwicklung, die niemand voraussagen konnte. Die Begegnungsstätte mitten im Wohngebiet Brüningheide entstand im Frühjahr 1988 aus der „Schleifen-Koop“, einer Initiative aus und für den Stadtteil. Ein Förderverein bildete sich, der sich mit der Arbeiterwohlfahrt die Miete teilte: Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Pfarrer Karl Stindt und Volkmar Jung. Auch Lothar Esser, heute Vorsitzender des Vereins Begegnungszentrum Kinderhaus, gehörte von Anfang an dazu. Thomas Kollmann, der das Wohngebiet 1988 als Student durch Bewohner-Interviews kennenlernte, ist seit Langem Geschäftsführer des Begegnungszentrums.

Freitag, 06.07.2018, 19:16 Uhr

30 Jahre Begegnungszentrum Kinderhaus: Auf dieses Fest freuen sich Geschäftsführer Thomas Kollmann (l.) und Lothar Esser, Vorsitzender des gleichnamigen Trägervereins. Gefeiert wird heute ab 11 Uhr am Sprickmannplatz. Die Jubiläumsausstellung hat Sophia Demming erarbeitet.
30 Jahre Begegnungszentrum Kinderhaus: Auf dieses Fest freuen sich Geschäftsführer Thomas Kollmann (l.) und Lothar Esser, Vorsitzender des gleichnamigen Trägervereins. Gefeiert wird heute ab 11 Uhr am Sprickmannplatz. Die Jubiläumsausstellung hat Sophia Demming erarbeitet.

Schon im ersten Jahr entwickelten sich 20 Angebote. Heute treffen sich im Begegnungszentrum 35 interkulturelle Gruppen, pro Woche gibt es 50 Angebote. Kollmann: „Die Räume platzen aus allen Nähten.“ Übrigens, den Gottesdienst am Mittwoch, den Pfarrer Stindt vor 30 Jahren einführte, gibt es immer noch.

Das Begegnungszentrum hat drei hauptamtliche Mitarbeiter und drei halbe Stellen im Jugendsalon. „30 Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen“, so Kollmann, arbeiteten mit.

Es gibt 135 Ehrenamtliche, die sich in Gruppen und Initiativen einbringen. Dazu zählen etwa die 35 Lesepaten der Grundschule West. Im Begegnungszentrum sind interkulturelle Gruppen und offene Treffs angesiedelt. Die Münster-Tafel hat dort einen Standort, auch die Aktivitäten im Bewohnerpark Grünschleife sind mit dem Begegnungszentrum verbunden. Es gebe einen sehr großen Bedarf in allen Bereichen der Sozialberatung. Das Wohngebiet habe einen Migrationsanteil von 70 Prozent, so Thomas Kollmann.

Der Verein Begegnungszentrum Kinderhaus, seit 2002 alleiniger Träger des Bewohnertreffs, habe derzeit rund 200 Mitglieder mit einer weiten Streuung in den Stadtteil Kinderhaus hinein: „Es war für uns immer wichtig, eine Brücke zu schlagen“, so Lothar Esser. „Definitiv wichtig ist uns Überparteilichkeit“, unterstreicht Thomas Kollmann. Das Begegnungszentrum sei „interreligiös“ aufgestellt, so Esser. „Toleranz ist mir persönlich sehr wichtig“, unterstreicht er.

In den letzten zehn Jahren habe sich Einiges zum Positiven entwickelt: „Über 50 Prozent des Wohnungsbestandes sind saniert oder neu; der Vandalismus ist rückläufig, und die Arbeitslosigkeit hat sich halbiert“, zählt Thomas Kollmann auf. Elementar wichtig für die Brüningheide sei: „Der Prozess ,Soziale Stadt‘ muss weitergehen.“ Es ist ein Zusammenspiel vieler Komponenten: Die vertrauensvolle Kooperation mit der Stadt Münster, die Vernetzung im Stadtteil – „all das ist von großer Bedeutung“ unterstreicht Lothar Esser.

Thomas Kollmanns Vision für die Zukunft: „ein komplett sanierter Wohnungsbestand, bezahlbares Wohnen und weiterhin ein friedliches, von Toleranz geprägtes Zusammenleben“.

Das Jubiläumsprogramm

Samstag: Flohmarkt (ab 9 Uhr); Eröffnung mit Empfang (11 Uhr): Ausstellung, Musik, Lesepaten; Bühnenprogramm: Taek­wondo (14 Uhr), Big-Band Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck (15 Uhr); kleine Aufführungen; „Dandys“ (18.30 Uhr); viele Angebote für Kinder am Nachmittag.

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5883498?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F
Stadt schaltet die ersten Pumpen ab
 Große Pumpanlagen führen dem Aasee Wasser zu. So soll der Sauerstoffgehalt im Wasser erhöht werden. Zu niedriger Sauerstoffgehalt hatte in der vergangenen Woche dazu geführt. dass 20 Tonnen Fisch verendet sind.
Nachrichten-Ticker