Do., 11.07.2013

Reaktionen auf WN-Bericht zum Badepool am Schwarzen Kamp Kein Herz für Kinder von Hartz-IV-Empfängern?

Yvonne Göcke vorm Badepool, der auf Kosten der Stadt mit Wasser gefüllt wurde.

Yvonne Göcke vorm Badepool, der auf Kosten der Stadt mit Wasser gefüllt wurde. Foto: sch

Münster-Mecklenbeck - 

Darf Familie Göcke in der Wohnungslosenunterkunft am Schwarzen Kamp ihren mehrere Tausend Liter fassenden Badepool auf Kosten der Stadt mit Wasser füllen? Die Meinungen darüber gehen offenbar auseinander.

Die WN hatten am Mittwoch über den Pool berichtet. Daraufhin riefen in der Redaktion spontan Leser an, die die Frage sowohl mit Ja als auch mit Nein beantworten. Per E-Mail meldete sich zudem die „Familienpartei Deutschlands“ zu Wort. Sie will das Badewasser am Schwarzen Kamp bezahlen.

Seine Partei, die kurz vor der Gründung des Stadtverbands Münster stehe, werde die Kosten übernehmen, schreibt deren Beisitzer im Coesfelder Kreisverband, Franz-Josef Leifeld . Er sei „entsetzt darüber, dass die Stadt Münster offensichtlich kein Herz für Kinder von Hartz-IV-Empfängern hat“. Deshalb werde die Familienpartei, so der Roxeler weiter, der Stadtverwaltung in Kürze einen Scheck über 80 Euro übergeben. Damit solle bedürftigen Familien am Schwarzen Kamp „das Befüllen von Kinderplanschbecken“ ermöglicht werden.

Beim städtischen Sozialamt stößt die angekündigte Poolwasser-Spendenaktion auf wenig Verständnis: „Ich halte das für sehr unglücklich“, sagt Abteilungsleiter Heinz Lembeck . Aus seiner Sicht sei es fragwürdig, ob man die Unterstützung bedürftiger Familien auf die Frage „Wie fülle ich ein Planschbecken?“ reduzieren könne. Wer für Bewohner der Notunterkünfte am Schwarzen Kamp wirklich etwas tun wolle, sei gut beraten, sich vor Ort zu engagieren und das Sozialamt bei seiner Arbeit zu unterstützen. „In dieser Hinsicht sind wir absolut gesprächsbereit“, unterstreicht Lembeck.

Dass Familie Göcke und andere Bewohner von einem Mitarbeiter des Amts rigide aufgefordert worden seien, ihre Pools wieder abzubauen, sei keine sonderlich diplomatische Aktion gewesen, gibt Lembeck zu: „Unser Auftreten vor Ort war unglücklich. Das müssen wir auf unsere Kappe nehmen.“

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