Do., 23.03.2017

„Afriet-Riemsel“ am Hof Hesselmann Mundart-Gedichte zum Abreißen

Gedichte zum Mitnehmen (v.l.): Kiepenkerl Josef Kleingräber, Heinz Heidbrink, Karlheinz Pötter und Werner Seel, der den Kasten baute, freuen sich darüber. Das Quartett hofft auf regen Zuspruch.

Gedichte zum Mitnehmen (v.l.): Kiepenkerl Josef Kleingräber, Heinz Heidbrink, Karlheinz Pötter und Werner Seel, der den Kasten baute, freuen sich darüber. Das Quartett hofft auf regen Zuspruch. Foto: sch

Münster-Mecklenbeck - 

Premiere in Mecklenbeck: Auch am Bürgerzentrum Hof Hesselmann gibt es jetzt eine Ausgabestelle für die „Afriet-Riemsel“ des Stadtheimatbunds.

Von Thomas Schubert

Im Jahr 2013 wurde das Projekt des Stadtheimatbunds Münster gestartet und sukzessive ausgebaut. Nachdem im vergangenen September – wie berichtet – bereits in Nienberge eine Ausgabestelle für „ Afriet-Riemsels“ eingerichtet wurde, ist es nun auch in Mecklenbeck soweit. Dort gibt es seit dieser Woche am Bürgerzentrum Hof Hesselmann ebenfalls einen Plexiglaskasten, dem Inter­essierte „Afriet-Riemsels“ – sprich abreißbare Blätter mit plattdeutschen Versen und Veranstaltungstipps – entnehmen können.

In der münsterischen City, am Prinzipalmarkt, wurde vor rund vier Jahren der Anfang gemacht. In Mecklenbeck hat der Stadtheimatbund nun den mittlerweile achten Standort für eine Ausgabestelle seiner Mundart-Abrissreime eingerichtet.

„Es geht uns darum, dass die plattdeutsche Sprache auch weiterhin präsent bleibt“, betont Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. Die pfiffige Idee, im Stadtgebiet „Afriet-Riemsels“ anzubieten, sei vom Institut für niederdeutsche Sprache in Bremen übernommen worden.

In den Ausgabestellen finden Mundartfreunde Abreißzettel im DIN-A4-Format vor, die monatlich aktualisiert werden. Auf ihnen sind stets ein zur Jahreszeit passendes Gedicht und ein frecher Monatsspruch in plattdeutscher Sprache zu finden. Quasi als Zugabe gibt es dann noch die monatlichen Veranstaltungstermine der dem Stadtheimatbund angeschlossenen Vereine, zu denen auch der Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreis um seinen Vorsitzenden Karlheinz Pötter zählt.

Eine achtköpfige Redaktionsgruppe des Stadtheimatbunds sucht Monat für Monat aus, welche Gedichte und Sprüche auf die Abreißblätter kommen. „Unser Schwerpunkt liegt dabei natürlich auf dem Münsterländer Platt“, sagt Heidbrink.

In diesem Monat können sich die Freunde der kernigen westfälischen Mundart auf dem Abreißzettel über das „Fröhjaohrs-Wunner“ von Augustin Wibbelt freuen. Hinzu kommt ein Spruch, der nach Ansicht des Stadtheimatpflegers gerade in der heutigen Zeit von besonderer Aktualität ist: „Tröcken alle Mensken an enen Strang, dan dai use Wiäld bitieden ümkippen.“

Pro Monat machen Freunde des plattdeutschen Gedichtguts rund 2000 Mal von der kostenlosen Abrissmöglichkeit Gebrauch. Davon 700 bis 800 Mal an der Ausgabestelle am Prinzipalmarkt, so Heidbrink. Finanziert wird das Projekt vom Stadtheimatbund mit Unterstützung durch das städtischen Kulturamt.

Als Vorsitzender des Geschichts- und Heimatkreises findet es Karlheinz Pötter gut, die plattdeutsche Sprache im modernen, wachsenden Mecklenbeck mit den „Afriet-Riemsels“ in Erinnerung halten zu können. Er geht davon aus, dass viele Mecklenbecker das neue Angebot am Bürgerzentrum nutzen werden. Dabei setzt er auch auf die zahlreichen Spaziergänger, die sonntags rund um den Hof Hesselmann flanieren.

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