Krankenhausbesuchsdienst der St.-Anna-Gemeinde
„Alle sind hinterher aufgemuntert“

Münster-Mecklenbeck -

Es handelt sich um ehrenamtliches Engagement, über das sich so mancher Patient in stationärer Behandlung freut: In der katholischen Kirchengemeinde Mecklenbecks gibt es einen Krankenhausbesuchsdienst. Dessen Mitarbeiterinnen könnten Verstärkung gut gebrauchen.

Donnerstag, 01.02.2018, 20:02 Uhr

Ehrenamtlich engagiert: Marianne und Klaus Peter Richter haben vor zehn Jahren den Krankenhaus-Besuchsdienst für Mecklenbecker Bürger ins Leben gerufen.
Ehrenamtlich engagiert: Marianne und Klaus Peter Richter haben vor zehn Jahren den Krankenhaus-Besuchsdienst für Mecklenbecker Bürger ins Leben gerufen. Foto: ann

Marianne Richter würde sich über etwas Unterstützung freuen. Nicht etwa für sich oder für ihr bewegtes Familienleben mit sechs Enkelkindern. Der Krankenhausbesuchsdienst liegt ihr am Herzen. Sie besucht regelmäßig Mecklenbecker Bürger, die im Krankenhaus liegen. Ein Ehrenamt, das so einiges an Engagement erfordert.

Marianne Richter bringt den Patienten einen Gruß aus ihrer Gemeinde, plaudert mit ihnen und hört sich die Sorgen und Nöte an. Lange Zeit hat sie diese Aufgabe zusammen mit ihrem Ehemann Klaus Peter erfüllt, der diesen Besuchsdienst in Mecklenbeck ins Leben gerufen hat. Nun ist er aber als Diakon der St.-Anna-Gemeinde mit so vielen Terminen versorgt, dass sie sich alle zwei Wochen allein auf den Weg macht. „Jede Woche ist echt zu viel“, sagt sie.

Obwohl sie noch vier Mitstreiterinnen in Mecklenbeck hat, reicht dies nicht aus, denn die Frauen machen ihre Besuche in allen Krankenhäusern Münsters, mit Ausnahme der Uniklinik und – was sie sehr bedauert – inzwischen auch nicht mehr im Clemenshospital, wo datenschutzrechtliche Gründe geltend gemacht werden. Der Besuchsdienst kommt zu den Mecklenbecker Patienten wohl unangemeldet, nicht aber unerwartet, denn bei der Patientenaufnahme wird das Interesse an einem „kirchlichen Besuch“ stets abgefragt.

Es ist ein Besuch, der viel Fingerspitzengefühl erfordert, denn Marianne Richter und ihre Mitstreiterinnen wissen nichts über die körperliche und seelische Verfassung des jeweiligen Patienten. Manchmal dauert es nur fünf Minuten, manchmal wird eine halbe Stunde daraus, und die Gesprächsthemen sind völlig unvorhersehbar. „Manche müssen sich viel von der Seele reden“, sagt sie. „Allen tut es gut, und alle sind hinterher aufgemuntert.“ Und wenn noch ein anderer Patient im Krankenzimmer ist, störe das weder den einen noch den andern. „Meistens haben die sich ja auch schon einiges erzählt.“

Die Richters erledigen viel mit den Fahrrad. „Das tut gut“, sagen sie. „Dann kann die Seele hinterher noch ein bisschen auslüften. Man darf Probleme nicht mitnehmen. Es muss immer eine professionelle Distanz gewahrt bleiben.“

Diakon Klaus Peter Richter fand es toll, auch mit Ungläubigen über den Glauben zu sprechen. Er scheute keine kontroversen Auseinandersetzungen, im Gegenteil. Sein ganzes Berufsleben lang hat er nach eigenen Angaben mit einem Löwenherz im Betriebsrat und in der Gewerkschaft stets für die Partei der Schwächeren gekämpft und dabei Anerkennung von der Geschäftsleitung erfahren. Erst vor elf Jahren hat er sich zum Diakon berufen gefühlt. Die Entscheidung hat er nie bereut. Er fülle diese Rolle mit Überzeugung aus, sagt er.

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Wer Zeit und Interesse hat, das Team des Krankenhaus-Besuchsdienstes um Marianne Richter zu verstärken, wird gebeten, sich mit ihr unter ' 53 550 09 in Verbindung zu setzen.

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