Demenzgruppe „Kleine Auszeit“
Entlastung für Angehörige

Münster-Mecklenbeck -

Im Mecklenbecker Gustav-Adolf-Haus trifft sich jeden Dienstag eine Gruppe für Demenzerkrankte. Sie bietet betreuenden Familienmitglieder die Möglichkeit, für ein paar Stunden zu entspannen.

Mittwoch, 14.02.2018, 20:02 Uhr

Fröhliche Runde: Am Dienstag fand das wöchentliche Treffen der Demenzgruppe „Kleine Auszeit“ im Zeichen der ausklingenden Karnevalszeit statt. Etliche Teilnehmer hatten sich passend dazu verkleidet.
Fröhliche Runde: Am Dienstag fand das wöchentliche Treffen der Demenzgruppe „Kleine Auszeit“ im Zeichen der ausklingenden Karnevalszeit statt. Etliche Teilnehmer hatten sich passend dazu verkleidet. Foto: ann

Hoss Cartwright ist Hahn im Korb – eingerahmt von Haremsdamen. Als die Bonanza-Kultfigur tritt Hans Burmann auf, und alle anwesenden Frauen sind am Fastnachtstag ebenso karnevalistisch gekleidet. Jeden Dienstag treffen sie sich zur „Kleinen Auszeit“. Das ist eine Demenzbetreuungsgruppe im Gustav-Adolf-Gemeindehaus.

Hans Burmann ist voll des Lobs: „Früher habe ich meine Frau hierher gebracht. Sie ist inzwischen gestorben, nun komme ich allein. Es ist eine nette Gesellschaft, und der Tisch ist jedes Mal toll gedeckt.“ Er genießt ganz offensichtlich diese Treffen, die abwechselnd von vier der insgesamt sieben ehrenamtlichen Helferinnen und einem Helfer organisiert und mit Liebe und Kompetenz durchgeführt werden.

Ursula Markmann ist eine Leiterin. Sie ist ausgebildete Demenzbetreuerin und war mehrere Jahre in der Psychiatrie des Stifts Tilbeck tätig. Derzeit sind es sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer – hier werden sie „Gäste“ genannt –, die bei den wöchentlichen Treffen mit von der Partie sind. Gebracht und abgeholt werden sie von Angehörigen, für die dieser freie Nachmittag ebenfalls eine kleine Auszeit bedeutet.

Die Gruppe aus Frauen und Männern zwischen 80 und 90 Jahren besteht seit fast sechs Jahren. Die drei gemeinsamen Stunden haben eine feste Ablaufstruktur. Es beginnt immer mit Kaffeetrinken, dann steht Musik auf dem Programm. Es wird zur Gitarre gesungen, dazu werden selbstgemachte Liedermappen ausgeteilt. Die Lieder aus der Jugendzeit wie „Auf, du junger Wandersmann“, „Hab mein Wagen voll geladen“ oder die Vogelhochzeit sind auch im Alter nicht vergessen. Sitzgymnastik und Bewegung im Stuhlkreis folgen, dann ist ein wenig Fingerfertigkeit gefordert: es wird gebastelt.

Eine bunt bemalte Augenmaske mit glitzernden Steinen trägt eine Seniorin auf der Stirn: ihr Werk vom letzten Treffen. „Wir passen unsere Themen den Jahreszeiten an“, erklärt Ursula Markmann. So hat zum Advent jeder Gast ein Adventsgebinde zusammengesteckt. Für wichtig hält sie auch die „Vertellkes“, das sind Erinnerungsspiele, die speziell für die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Senioren entwickelt worden sind. Welche Ballspiele haben Sie als Kind gespielt? Was fällt Ihnen zu Tätigkeiten im Garten ein? Wie heißt der Schlager richtig: Das kann doch einen Bäcker nicht erschüttern?

Regelmäßig wird vorgelesen. Es sind lustige Geschichten, aber sie bieten stets auch Gesprächsanlässe. Wie die Rollschuh laufende Maus, über die sich der Kater freut: Essen auf Rädern! Ein heiterer Einstieg, um über das Für und Wider von angelieferten Mahlzeiten zu reden, mit denen fast alle eigene Erfahrungen haben.

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