Kinder- und Jugendzentrum Paulushof
Abschied mit weinendem Auge

Münster-Mecklenbeck -

Nach zwölf Jahren sagt Manuel Niggenaber „Tschüss“: Der langjährige Leiter des Mecklenbecker Paulushofs wird künftig fürs Bistum tätig sein.

Freitag, 20.04.2018, 21:04 Uhr

Verlässt schon bald den neu erbauten Paulushof: Manuel Niggenaber, langjähriger Leiter des kirchlichen Kinder- und Jugendzentrums in Mecklenbeck.
Verlässt schon bald den neu erbauten Paulushof: Manuel Niggenaber, langjähriger Leiter des kirchlichen Kinder- und Jugendzentrums in Mecklenbeck. Foto: sch

Die Tage an der langjährigen Wirkungsstätte sind gezählt: Nach zwölfjähriger Tätigkeit – die vergangenen sechs Jahre davon im Rahmen eines Vollzeit-Jobs – verlässt Leiter Manuel Niggenaber das Kinder- und Jugendzentrum Paulushof der St.-Anna-Gemeinde. Am 1. Juni wird sich der 41-Jährige einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Abschied nehmen wird er allerdings schon etliche Tage früher.

Den neuen Job tritt Niggen­aber beim Regionalbüro Ost des Bistums an, wo er fortan als Referent / Fachberater für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit tätig sein wird. Künftig wird er die katholischen Kirchengemeinden der Dekanate Münster und Warendorf unterstützen, aus der offenen Jugendarbeit auf einen Beraterposten rücken.

Er werde sich mit Messdienergruppen befassen, Ferienmaßnahmen und besondere Aktionen wie die 48-Stunden-Aktion betreuen, Präventionsprojekte koordinieren, Newsletter verfassen und Öffentlichkeitsarbeit leisten, umreißt Niggenaber nur einen Teil der auf ihn wartenden Tätigkeiten. Die offene Jugendarbeit im Paulushof sei unter anderem auch mit späten Arbeitszeiten verbunden. Das habe mit dazu beigetragen, dass er das Mecklenbecker Kinder- und Jugendzentrum verlasse, sagt der Vater einer Familie mit drei Kindern.

In die Kinder- und Jugendarbeit geriet der ausgebildete Tischler nach dem Zivildienst. Der habe ihn „auf die soziale Schiene gebracht“. Einer Ausbildung zum Heilerziehungspfleger verbunden mit integrativer Arbeit in einer Kita folgten das Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule und neben Streetwork letztlich der Wechsel in den Paulushof.

Erfahrung spiele bei der Arbeit mit dem Nachwuchs eine große Rolle, betont Niggenaber. Es gelte mit Gruppen ebenso zurechtzukommen wie mit Einzelgängern. Die offene Kinder- und Jugendarbeit habe ihm stets viel Spaß gemacht, auch wenn sie manchmal durchaus anstrengend sein könne und obendrein auch Überraschungen mit sich bringe: „Man weiß nie, wer kommt, und was passiert. Man sollte immer auf alles vorbereitet sein.“ Es gebe mitunter durchaus Konflikte, die er zusammen mit den fünf Honorarkräften des Paulushofs stets deeskalierend angehe.

Er gehe mit einem weinenden Auge, sagt Niggenaber, denn er sei in den Paulushof regelrecht hineingewachsen, habe dort 36 Ferienbetreuungen mitgemacht und bei den offenen Treffs im Schnitt rund zwölf und oftmals auch bis zu 30 Teilnehmer betreut. Aufgrund seiner Tischlerausbildung wurde im Jugendzentrum auch reichlich Holz- und Werkelarbeit offeriert.

Der Abriss des alten Paulushofs, die einjährige Übergangszeit im Container und der Einzug in den Neubau seien ein großer und spannender Prozess gewesen, meint Niggenaber. All das habe sich gelohnt: „Der neue Paulushof ist eine Perle – modern und außergewöhnlich.“ Das Kinder- und Jugendzentrum sei ein Begegnungszentrum für junge Leute. „Ein Haus für alle. Egal welcher Religion und Hautfarbe.“

Am 29. Mai will der scheidende Zentrumsleiter aus dem Urlaub heraus alle Kinder und Jugendlichen zu seiner Abschiedsfeier einladen. Jeder werde ein kleines Abschiedsgeschenk bekommen, verspricht er. Darüber hinaus soll in den nächsten Tagen im Jugendzentrum noch ein „Friedenspanzer“ gebastelt werden, der beim anstehenden Katholischen Kirchentag präsentiert werden soll.

Wer im Paulushof Niggenabers Nachfolge antreten wird, ist noch nicht geklärt.

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