„VEW-Torbogen“ an der Weseler Straße
Kleinod steht vor dem Abriss

Münster-Mecklenbeck -

Geht es nach dem Mecklenbecker Heimat- und Geschichtskreis, dann muss der sogenannte „VEW-Torbogen“ an der Weseler Straße der Nachwelt bewahrt werden. Doch es sieht danach aus, als sollte der Kreis damit auf verlorenem Posten stehen.

Freitag, 13.07.2018, 19:12 Uhr

Blick auf das „VEW-Tor“ und die beiden dazugehörigen Wohngebäude. Sie stammen aus den 1930er-Jahren und sollen, das fordern Mecklenbecks Heimatfreunde, der Nachwelt erhalten bleiben.
Blick auf das „VEW-Tor“ und die beiden dazugehörigen Wohngebäude. Sie stammen aus den 1930er-Jahren und sollen, das fordern Mecklenbecks Heimatfreunde, der Nachwelt erhalten bleiben. Foto: sch

Steht Mecklenbecks Geschichts- und Heimatkreis in seinem Bestreben, den „VEW-Torbogen“ an der Weseler Straße zu erhalten, auf verlorenem Posten? Es sieht danach aus: Die Kölner RWE Power, Eigentümer des aus den 1930er-Jahren stammenden Bauwerks, ist fest entschlossen, den Bogen abzureißen. Das stellte im Gespräch mit unserer Zeitung am späten Freitagnachmittag deren Sprecher Guido Steffen klar.

Der Torbogen sei untersucht worden. Die Bausubstanz weise „deutliche Schäden“ auf. Es müsse gehandelt werden, damit niemand zu Schaden komme, hob Steffen hervor. Bislang sei zwar nur Fugenmasse zu Boden gefallen, doch die RWE wollen auf keinen Fall riskieren, dass Steine herunterkämen und Personen oder Fahrzeuge getroffen würden. „Sicherheit hat Vorrang“, betonte der Unternehmenssprecher. Deshalb werde man den wiederholt reparierten Bogen, der nicht unter Denkmalschutz stehe, noch in diesem Jahr „komplett zurückbauen“.

Den Geschichts- und Heimatkreis dürfte diese Nachricht wohl alles andere als gefallen. Er hatte am Freitagvormittag zu einem Vorort-Treffen an die Weseler Straße eingeladen, um sich mit der Unterstützung von mehr als 30 Bürgern für den Erhalt des „VEW-Bogens“ sowie der beiden dazugehörigen Wohngebäude stark zu machen. Wir können froh sein, dass wir so etwas haben!“, hob dabei der münsterischen Architekt und Architektur-Experte Stefan Rethfeld hervor.

Karlheinz Pötter, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatkreises, nutzte das Info-Treffen, um den Versammelten die Geschichte des Umspannwerks, der Elektrifizierung Mecklenbecks sowie des Torbogens und der Wohnhäuser kurz näherzubringen. Das als Pforte zum Umspannwerk fungierende Bogenbauwerk und die Immobilien müssten geschützt werden. Bei ihnen handele es sich um Wahrzeichen Mecklenbecks. Die RWE Power müsse diese unbedingt erhalten.

Genauso sieht es auch Stefan Rethfeld: Torbogen und Wohngebäude seien Zeugnisse des Neuen Bauens der Zwischenkriegszeit. An der Weseler Straße seien Kunst und Technik sehenswert miteinander verbunden worden. Das Ensemble mit seiner besonderen Architektur, an dem so mancher fast täglich vorbeikomme, sei nicht nur für Münster sondern auch für die Region von Bedeutung, hob der Fachmann hervor. Der „VEW-Bogen“ stelle so etwas wie „Mecklenbecks Tor zur gewerblichen Welt“, den Eingang zum „Elektropolis“ des Umspannwerks dar. Er sei ein Kleinod, das wertvoll und schutzwürdig sei. Gebäude und Bogen, so Rethfeld, müssten erhalten bleiben.

Eine ältere Teilnehmerin der Info-Veranstaltung erzählte, dass sie vor etlichen Jahrzehnten im Kreuzviertel aufgewachsen sei. Wenn sie damals bei Radtouren am „VEW-Torbogen“ vorbeikam, dann habe es immer „Jetzt sind wir in Mecklenbeck“ geheißen.

Beistand in seinem Bestreben, den Torbogen und die Immobilien der Nachwelt zu sichern, erhält der Geschichts- und Heimatkreis vom münsterischen Stadtheimatpfleger. Es handele sich um eine sinnvolle Initiative, der er seine volle Unterstützung zusage, versicherte Heinz Heidbrink. Ähnliches war übrigens auch von Bezirksvertreter Peter Wolfgarten zu hören, der als Vertreter der Mecklenbecker CDU am Info-Treffen teilnahm.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die RWE den Abriss des „VEW-Bogens“ fest ins Visier genommen hat, werden der Geschichts- und Heimatkreis und seine Unterstützer jetzt umso mehr kämpfen müssen, um mit ihrem Anliegen vielleicht doch noch Gehör zu finden. Laut RWE-Sprecher Steffen sollen die beiden Wohnhäuser stehen bleiben, der Bogen jedoch verschwinden.

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