Fr., 16.09.2016

Neues Angebot des Heimatvereins Plattdeutsche Verse zum Mitnehmen

Der Heimatverein Nienberge bietet an seinem Schaukasten ab sofort die „Afriet-Riemsels“ an. Vorsitzender Josef Rölver (kniend) zog den ersten Reim.

Der Heimatverein Nienberge bietet an seinem Schaukasten ab sofort die „Afriet-Riemsels“ an. Vorsitzender Josef Rölver (kniend) zog den ersten Reim. Foto: sn

Münster-Nienberge - 

Der Heimatverein Nienberge hat sich einer Idee des Stadtheimatbundes angenommen und bietet jetzt ebenfalls „Afriet-Riemsels“ an. Dabei handelt es sich um abreißbare Blätter, die mit plattdeutschen Versen sowie Veranstaltungstipps versehen sind.

Von Siegmund Natschke

„Kumm to! T´ is Tied!“, heißt es in einem plattdeutschen Gedicht von Anton Aulke , das gleichzeitig der neueste der beliebten „Abrissreime“ („Afriet-Riemsels“) des Stadtheimatbundes ist. Das bedeutet so viel wie „Höchste Zeit“. Und „höchste Zeit“ wurde es in Nienberge . Das fand zumindest der örtliche Heimatverein und nahm die Idee der „Reime zum Mitnehmen“ auf. An dessen Schaukasten an der Sebastianstraße hängen ab sofort nun ebenfalls die Afriet-Riemsels. Das Beste: „Kost nix.“

„Wir wollen die plattdeutsche Sprache in der Stadtgesellschaft lebendig halten“, erklärte Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink . Er selbst hatte die Idee mit den Abrissreimen, zusammen mit Ursula Warnke , der Vorsitzenden des Stadtheimatbundes. Vorbild war das Bremer Schnoorviertel. Dort gab es schon solche Vorrichtungen. Jeden Monat konnte wie ein Kalenderblatt das neuste Gedicht auf Plattdeutsch im wörtlichen Sinne „abgerissen“ und mitgenommen werden.

In Münster war der erste Standort der Prinzipalmarkt. „Inzwischen sind es sieben“, so Heidbrink. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele Heimatvereine dem jüngsten Beispiel der Nienberger folgen würden.

Angebracht sind die Abrissreime in Nienberge auf einer edlen Eichenholzplatte. Die ziert das Logo des Heimatvereins, das die St.- Sebastian-Kirche, das Haus Rüschhaus und das Haus Vögeding zeigt. Angefertigt hat die Holzplatte Willi Rüschoff. Viel Detailarbeit sei notwendig gewesen, meinte der. Und zum Abschluss sei alles noch lackiert worden. Fünfmal, damit es auch wirklich wetterfest ist.

Bei der „Einweihung“ der „Afriet-Riemsels“ wurden viele Erinnerungen ausgetauscht. Früher habe man auf Bauernhöfen nur Platt gesprochen, inzwischen sei das jedoch anders, meinten die Mitglieder des Heimatvereins. Dabei sei das Platt gar nicht schwer, sagte Kassierer Gerd Grahlmann. Man müsse sich nur trauen, den Text auch laut vorzulesen, dann könne man ihn auch verstehen. Die Abrissreime seien da eine gute Gelegenheit.

Auf der Vorderseite gibt es jeden Monat ein Gedicht, das zum Nachdenken anregen sollte, erklärte der Stadtheimatpfleger. Darunter stehe ein Spruch, der auch ruhig frecher sein könnte. Auch viele aktuelle Themen könne man mit dem Plattdeutschen ausdrücken. Auf der Rückseite des Blattes stünden die aktuellen Termine der Mitgliedsvereine des Stadtheimatbundes. Insgesamt hätten die „Afriet-Riemsels“ eine Auflage von 2000 Stück.

„Toll, dass ihr entschieden habt, das zu tun“, lobte Heinz Heidbrink die Nienberger Heimatfreunde, die nun also auch ihre Freude an den Abrissreimen haben können. Das erste Blatt ging an Josef Rölver, den Vorsitzenden des Heimatvereins. Er versteht das Platt.

Wer doch noch so seine Schwierigkeiten mit dem Plattdeutschen hat: Auch Worterklärungen stehen auf dem Papier. Und zum Verstehen hat ja jeder einen Monat Zeit. Dann kommt schon das neueste plattdeutsche Gedicht. Und das kann wieder jeder mitnehmen – kostenlos.

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