Fr., 21.04.2017

Haus Rüschhaus wieder geöffnet Aus dem Winterschlaf erwacht

Das Haus Rüschhaus ist ab sofort wieder für den Publikumsverkehr freigegeben. In der zurückliegenden Winterpause haben die Restauratoren diverse Reparaturarbeiten erledigt. So wie im sogenannten „Schneckenhäuschen“ (kl. Foto), wo sich laut Dr. Barbara Seifen die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff häufig aufhielt.

Das Haus Rüschhaus ist ab sofort wieder für den Publikumsverkehr freigegeben. In der zurückliegenden Winterpause haben die Restauratoren diverse Reparaturarbeiten erledigt. So wie im sogenannten „Schneckenhäuschen“ (kl. Foto), wo sich laut Dr. Barbara Seifen die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff häufig aufhielt. Foto: kbö

Münster-Nienberge - 

Nach der Winterpause, in der diverse Restaurationsarbeiten durchgeführt wurden, ist das Haus Rüschhaus nun wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Ein kurzer Rundgang mit Dr. Barbara Seifen, Referatsleiterin „Praktische Denkmalpflege“ beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), durch das Heimathaus der Annette von Droste-Hülshoff.

Von Kay Böckling

Die ersten zarten Pflänzchen an der Gräfte beginnen zu blühen, die Bäume im barocken Garten tragen die ersten Blätter. Die Natur rund um das Haus Rüschhaus erwacht aus dem Winterschlaf und auch das geschichtsträchtige Haus selbst ist ab sofort wieder für Besucher geöffnet. Vor der Saison-Eröffnung gab es einige Restaurationsarbeiten. Ein kurzer Rundgang mit Dr. Barbara Seifen, Referatsleiterin „Praktische Denkmalpflege“ beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), durch das Heimathaus der Annette von Droste-Hülshoff:

Fotostrecke: Rundgang durch das Haus Rüschhaus

In der Tenne, in der sich eine historische Kutsche befindet, ist es das ungewöhnliche Spickstein-Pflaster, was dem Betrachter sofort ins Auge springt. Die kleinen Steine sind in Lehm gesetzt. „Man sieht an einigen Stellen gewisse Unregelmäßigkeiten, die natürlich im Laufe der Zeit ausgebessert werden müssen“, so Barbara Seifen. Steine, die herausgefallen seien, müssten ersetzt werden – originalgetreu, versteht sich. Allerdings: Nicht für jede fehlerhafte Stelle gibt es auch einen passenden Stein.

In der ehemaligen Küche befindet sich der Rauchfang, der sogenannte Bosen. Dort mussten die Restauratoren keine Hand anlegen. Die Kontrolle ergab keine größeren Schäden. Auch der Bauernschrank – wie alle anderen Ausstellungsstücke vor gut zwei Jahren gereinigt und konservierend behandelt – befindet sch in einem guten Zustand. „Die Einrichtung ist ähnlich gestaltet, wie zu der Zeit, als Annette von Droste-Hülshoff hier lebte“, sagt die Denkmal-Expertin. „Es sind zwar nicht exakt die Möbel der Dichterin, aber eben aus dieser Zeit.“

Weiter geht es in den über einem Keller gelegenen Garten-Saal. Auffällig hier der glänzende Fußboden aus Eichenholz. Er bedarf einer besonderen Behandlung:. „Er wird vorsichtig mit Marseiller Seife gereinigt und bekommt eine bestimmte Wachsbeschichtung“, so Barbara Seifen. Um den Boden möglichst lange zu erhalten, dürfen Besucher diesen Saal nur mit Filzpantoffeln betreten. Der Boden an sich stammt – bis auf kleine Reparatur-Ausnahmen – aus der Erbauungszeit Mitte des 18. Jahrhunderts.

Auch im benachbarten „Italienischen Zimmer“ haben speziell geschulte Restauratoren den Dielenboden auf Hochglanz gebracht. In diesem Eckraum hatten sich in den vergangenen Jahren – bedingt durch Witterungseinflüsse – Kondensatschäden an den Tapeten gezeigt, die inzwischen ebenfalls restauriert wurden. Seifen: „Man muss das Haus einmal im Jahr genau untersuchen und auch kleinere Schäden sofort beheben, damit daraus kein größerer Schaden entsteht.“ Die Begutachtung erfolge durch Restauratoren des LWL.

Eine halbe Treppe höher befindet sich das „Schneckenhäuschen“. Es handelt sich um die drei Wohnräume, in denen Annette von Droste-Hülshoff gelebt hat. Auch hier waren kleinere Pflegemaßnahmen und Restaurationsarbeiten am Klavier oder dem Sofa zu erledigen.

In hinteren Zimmer neben der Schlafkammer lebte seinerzeit die Amme der Annette. Dort befindet sich neben einer Holzsammlung noch eine weitere Besonderheit: eine Vogeleier-Sammlung. „Diese Sammlung ist vor zwei Jahren komplett durchgesehen worden, die Vogeleier wurden gereinigt und neu in Watte gelegt“, weiß Barbara Seifen. Zum Teil enthalte die Sammlung Eier von Vögeln, die heute kaum noch vorkommen.

Der Blick nach draußen verrät, welche Arbeiten als nächstes auf dem Programm stehen. „Was jetzt ansteht: Alle Fenster des Rüschhauses werden aufgearbeitet“, meint die Denkmal-Expertin. Das solle in diesem und in den nächsten Jahren erfolgen. Die meisten Fenster stammten noch aus der Erbauungszeit des Gebäudes, also Mitte des 18. Jahrhunderts. Das große Dielentor soll ebenso instand gesetzt werden, wie die Orangerie im Garten. Seifen: „Bei einem solchen Haus gibt es immer was zu tun.“

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In der Vorsaison (bis 30. April) werden öffentliche Führungen dienstags bis sonntags ab 11, 12, 14 und 15 Uhr angeboten. In der Hauptsaison (1. Mai bis 30. September) ist das Haus dienstags bis sonntags um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr zu besichtigen. Ausnahmen gibt es feiertags. In der Nachsaison gelten die gleichen Zeiten wie in der Vorsaison. Die Winterpause beginnt am 1. November.

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