Di., 04.12.2012
Die Madonna hat wieder ein Gesicht Josef Reifig restauriert die Marienstaue neben dem Pfarrzentrum St. Sebastian
Sorgten für die Restaurierung der Marienfigur an der Kirmstraße (v.l.): Alfred Rölver, Josef Keller und der Künstler Josef Reifig freuen sich über die Rückkehr der Madonna.
Münster-Nienberge -
„Sie ist wieder da!“ Groß war gestern Vormittag die Freude etlicher Anwohner über die Rückkehr der Madonna: Die steinerne Marienfigur unbekannter Herkunft, seit Mitte der 1970er-Jahre fester Bestandteil des Nienberger Ortsbildes, erstrahlt wieder in neuem Glanz.
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Vor über einem Jahr war das Standbild an der Kirmstraße im Schatten des St.-Sebastian-Pfarrzentrums Opfer von nächtlichem Vandalismus geworden. Unbekannte hatten der Mutter Gottes und dem Jesuskind die Köpfe abgeschlagen – von den Tätern wie von den abgetrennten Häuptern fehlt seitdem jede Spur. Dank des beherzten Einsatzes einiger Freiwilliger aus der katholischen Pfarrgemeinde konnte die Statue erfolgreich restauriert werden. „Das beruht ausschließlich auf Interpretation“, erzählte Josef Reifig. „Da war ja nur die Bruchstelle!“ Der Nienberger modellierte in zweimonatiger Kleinarbeit die Köpfe – aber erst nach mehreren Probegüssen. Denn als Vorlage standen dem Künstler nach eigenem Bekunden lediglich Fotos zur Verfügung, die zudem nicht besonders präzise waren. Zuvor musste das rund 150 Kilo schwere Standbild aus Betonguss buchstäblich vom Sockel gehoben und in Reifigs Werkstatt transportiert werden. Gestern trat die Statue die Reise in umgekehrter Richtung an – auf einer Sackkarre, geschoben vom früheren Kirchenvorstandsmitglied Josef Keller und Kolpingbruder Alfred Rölver. Die beiden gaben dem Standbild mit Maurerkelle und Zement den letzten Schliff; ein Radlader hatte die Madonna zurück auf den Sockel gehoben. „Hoffen wir, dass die Marienstatur jetzt heil bleibt!“, unterstrich das Trio. Die Figur hatte ursprünglich ihren Platz unweit der Pfarrkirche, berichteten Josef Keller und Alfred Rölver. In den 1970-er Jahren sei sie hinter das Gemeindezentrum versetzt und im Zuge der Erneuerung von Pastors Garten vor etwa fünf Jahren einige Meter weiter aufs Anwesen der angrenzenden Caritas-Wohnanlage (CBM) gezogen. „Mein Mann hat den dumpfen Schlag damals in der Nacht genau gehört!“, ist sich Maria Tinnefeld sicher. Die unmittelbare Anwohnerin – sie lebt nach eigener Aussage seit sechs Jahren in einer der CBM-Wohnungen – könne sich noch genau an den Zeitpunkt der Zerstörung erinnern, wie sie mit Nachdruck betont. Die restaurierte Statue will ihr aber nicht so recht gefallen: „Das ist nicht mehr die Figur, die sie einmal war. Die Köpfe sind zu klein. . .“
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