Roxel

So., 06.09.2009

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Beeindruckende Premiere

Mit ihrem rasanten Impro-Theater zogen die Placebo-Schauspieler das Publikum bei der Premiere des Roxeler Kultur-Freitags in der neuen Mensa in ihren Bann.Foto: (chp)
Von Charlotte Pötzel

Münster-Roxel - Sie wollten Heavy-Metall-Musik hören, Herbert Grönemeyer eine Goldene Schallplatte klauen und eine verzweifelte Szene zwischen einem Unternehmensberater und einem Entlassenen sehen - keine Frage: Das Roxeler Publikum war anspruchsvoll, als sich am Freitagabend in der Mensa des Schulzentrums zum ersten Mal der Vorhang hob.

Die Essensausgabe war geschlossen, über den Tellern und Schüsseln lagen Geschirrtücher ausgebreitet, die Esstische waren zur Seite geschoben - und schon war aus der neuen Mensa ein kleiner Theaterraum entstanden, der darauf wartete, mit Leben erfüllt zu werden. Und das gelang spätestens um 20 Uhr, als Organisatorin Astrid Mayer die Zuschauer zur Auftaktveranstaltung des Roxeler Kultur-Freitags begrüßte.

Hatten die Verantwortlichen des Fördervereins der Droste-Hauptschule anfangs vielleicht noch gezittert, ob das neue Angebot auch tatsächlich gut angenommen werden würde, dürften bereits mit der ersten Szene des Placebo-Theaters alle Zweifel weggewischt worden sein: So gelang es den vier Akteuren des münsterischen Impro-Theaters gleich von Anfang an, die voll besetzte Mensa mit Pointen im Minutentakt zum Lachen und Mitmachen zu bewegen.

Dabei machten es die Zuschauer den Bühnenspielern alles andere als leicht: „Eine äußerst positive Atmosphäre“, stellte Chef Olli im Laufe des Abends mehrfach schmunzelnd fest, nachdem die Zuschauer nicht nur Heavy-Metal-Interpretationen hören, sondern als Straftat auch direkt eine Vergewaltigung bemerkt haben wollten und auf der Suche nach Emotionen bei der Stadttour von Ute und Udo lediglich an Verzweiflung, Hass und Melancholie dachten.

Immer wieder aber bewiesen die Roxeler Zuschauer, dass sie ein perfektes Publikum für das Impro-Theater waren und Szene für Szene mit einem lauten „Drei, zwei, eins - los!“ starteten. Als die beiden Picknicker „Bumsi und Olli“ ein paar „heiße Conchitas“ aufreißen wollten, warfen die Zuschauer den Schauspielern genauso flexibel die Worte zu, wie sie zuvor bereits die Akteure dazu angeleitet hatten, am Buckingham Palace in London eine Schallplatte von Herbert Gröne­meyer zu klauen.

Bei so viel Tempo auf der Bühne und im Zuschauerraum zeigten sich am Ende sowohl die Organisatoren als auch alle Gäste überzeugt, dass mit der Premiere des Kultur-Freitags „die erste Hürde schwungvoll überwunden“ wurde, wie Astrid Mayer zurecht feststellen durfte.


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