Roxel
So., 31.01.2010
Altmeistern hätte es die Sprache verschlagen
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Münster-Roxel - Es war eine Sternstunde für Bluesfans: Virtuos zogen Gregor Hilden, Richie Arndt und Timo Gross das Publikum in der ausverkauften Mensa des Schulzentrums in ihren Bann - und das ausschließlich „unplugged“. Als sich das vielseitige Akustikgitarren-Trio nach gut zwei Stunden mit dem jazzigen „Cold Duck Time“ aus der Feder des Saxophonisten Eddie Harris verabschiedete, wirkte das zunächst „westfälisch-ruhige“ Auditorium (Originalton Richie Arndt) sichtlich euphorisiert.
Kein Wunder: Die kraftvollen Riffs, Breaks und Tempowechsel kamen einem solistischen Wettstreit gleich, blitzschnell rasten die Finger über die Saiten der Resonator-, Western- und Konzertgitarren. So unterschiedlich die bekannten Elektro-Gitarristen auch sein mögen, die Akustikversionen ihrer ansonsten in Bandbesetzung aufgenommenen Eigenkompositionen begeisterten aufs Neue.
Timo Gross, an dessen südpfälzischem Wirkungsort Bad Bergzabern die gemeinschaftlichen Früchte der „Vineyard Sessions“ (CD-Titel) reiften, steuerte markiges Slide-Spiel („Desire“, „Too Hot to Handle“) und eine schwarz-rauchige Bariton-Stimme bei. Von einer Mischung aus erdigem Bluesrock und Country, ebenfalls garniert mit energetischen Soli, zeugten Richie Arndts Beiträge („Drowning in my Soul“, „When the Train Comes“). Gescheiterte Liebe und immer wieder Sehnsucht: Die klassischen Themen des Blues serviert der Bielefelder so authentisch, als entstamme die zwölftaktige Liedform gänzlich seiner Feder.
Grenzgänger Gregor Hilden veredelt den ausdrucksstarken Klangcocktail mit ebenso filigranen wie ökonomischen Soli, die sich stets zwischen Blues und Jazz bewegen. Der Münsteraner - er kooperiert des Öfteren mit Arndt - sorgte mit Instrumentalstücken („Blue Clouds“, „Ocean Breeze Motel“) und verfremdeten Bluesformen zudem für knisternde Kontraste.
Dass die drei Ausnahmetalente ständig die Positionen tauschten, dürfte den Reiz ihres mitreißenden Trio-Projekts ausmachen. „Songs, die wir in unseren Bands spielen, akustisch neu einzustudieren, hat großen Spaß gemacht“, berichtete Hilden. Nicht nur „Rock-Zabern“, eine Hommage an den Aufnahmeort, zeugte von dieser gegenseitigen Inspiration. Es verwundert nicht, dass Cover-Titel rar blieben. Blues-Altmeistern wie Albert, B. B. oder Freddie King hätte das Konzert wohl die Sprache verschlagen . . .
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