Mi., 11.12.2013

„Offline“: Roxeler Sachbuchautor Thomas Grüter kritisiert zunehmende Abhängigkeit vom Internet Eine gefährliche Sackgasse

Das Internet wird zum fatalen Verhängnis: Den Zusammenbruch der weltweiten Informationsgesellschaft prognostiziert der Roxeler Sachbuchautor Thomas Grüter in seinem neuen Werk „Offline“.

Das Internet wird zum fatalen Verhängnis: Den Zusammenbruch der weltweiten Informationsgesellschaft prognostiziert der Roxeler Sachbuchautor Thomas Grüter in seinem neuen Werk „Offline“. Foto: tu

Münster-Roxel - 

Das weltweite Datennetz: Aus Sicht des Buchautors Thomas Grüter ist – trotz vielfacher Euphorie – Kritik am Internet durchaus angebracht. Warum? Das erläutert der Roxeler in seinem neuen Buch „Offline“.

Von Thomas Usselmann

„Weil wir uns komplett aufs Internet verlassen, steuern wir ungebremst auf eine globale Katastrophe zu!“ Für Dr. Thomas Grüter besteht kein Zweifel: Noch in diesem Jahrhundert werde die weltweite Informationsgesellschaft zusammenbrechen, weil die globalen Datennetze aufgrund von Klimawandel und Kriegen zerreißen werden. Diese brisante Hypothese wagt der Roxeler Sachbuchautor in seinem neuen Werk mit dem Titel „Offline! – das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft“.

Ein Jahr, so berichtet Grüter, ging für die spannenden Recherchen ins Land, darunter die Lektüre von 50 Büchern, wissenschaftlichen Artikeln und Interviews. Weshalb das Ende des weltumspannenden Netzes aus der Sicht des Arztes und Neurowissenschaftlers unausweichlich ist, weist er akribisch nach: „Unsere Welt ist zum virtuellen Dorf geworden“, sagt Grüter.

Die traditionelle Infrastruktur sei zunehmend mit dem Internet verflochten: Wissenschaft und Forschung, Krankenhausversorgung, Transportlogistik, Strom- und Wasserversorgung, nicht zuletzt weltweite Handelsbeziehungen – alles per Knopfdruck miteinander verbunden. „Wir leben in einer künstlichen Welt, zahlen dafür aber einen hohen Preis, der immer mehr Energie benötigt“, resümiert der Wissenschaftler, der nach eigenen Worten mit seinem Werk in Deutschland publizistisches Neuland betritt.

Die Abhängigkeit vom Internet erweise sich als gefährliche Sackgasse: Jegliches Versagen der Weltwirtschaft, Kriege und durch den Klimawandel bedingte Naturkatastrophen träfen die Versorgung mit High-Tech-Komponenten empfindlich. „Ein Viertel der weltweiten Festplattenproduktion lag am Boden, als durch eine Überschwemmung in Thailand eine Fabrik zerstört wurde“, nennt Grüter ein Beispiel. „Plötzlich nahm die Welt wahr, welche Engpässe ein regionales Wetterereignis bewirken kann!“ Bisher gebe es keine Art der Vorsorge, auch keine Strategie für den Wiederaufbau nach Katas­trophen.

Grüter entwickelt pikante Szenarien: Ein mehrtägiger Stromausfall in Deutschland hätte fatale Folgen. „Man stelle sich vor, die Schneekatastrophe im Münsterland hätte sich auf ganz Norddeutschland ausgeweitet!“ Deutschland verfüge über keinerlei Notfallpläne, schon der Einsatz der Rettungskräfte wäre gefährdet durch den Ausfall der Kommunikationssysteme. „Wir müssen handeln“, legt Grüter den Finger in die Wunde. Er fordert Sofortmaßnahmen – wie die nachhaltige Modernisierung kritischer Infrastrukturen (Wasser- und Stromleitungen, Straßen), die ausschließliche Nutzung klimaschonender Energie und die autarke, eben nicht nur auf den fernen Osten beschränkte Produktion langlebiger High-Tech-Produkte für Computer und Internet.

Erschienen ist der Buchtitel des Roxeler Autors im Wissenschaftsverlag Springer Spektrum.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2098260?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F1758483%2F2108027%2F